Vor Pfingsten : Die Zeit des billigen Benzins ist vorbei

Die Benzinpreise sind seit dem Jahreswechsel deutlich gestiegen, die Phase, in der Sprit so außergewöhnlich günstig war, ist offenbar vorbei. Doch es gibt auch eine gute Nachricht.

Der billige Benzinpreis hat die Deutschen vermehrt hinter das Steuer getrieben - jetzt, wo die Preise wieder steigen, verkaufen die Tankstellen auch wieder viel weniger Kraftstoff.
Der billige Benzinpreis hat die Deutschen vermehrt hinter das Steuer getrieben - jetzt, wo die Preise wieder steigen, verkaufen...Foto: Marius Becker / dpa

Autofahrer können billiger tanken als vor einem Jahr, verglichen mit dem Preisniveau vom Jahresbeginn ist Benzin aber wieder deutlich teurer geworden. Im Tiefpreismonat Januar war Super E10 zeitweise für weniger als 1,25 Euro je Liter zu haben. In den vergangenen drei bis vier Wochen lag der Preis dagegen bei 1,45 Euro. Ähnlich sieht es bei Diesel aus, das im Januar auf einen Durchschnittspreis von 1,10 Euro je Liter zurückgefallen war und nun wieder 1,24 Euro kostet. Die gute Nachricht ist aber, dass der Auftrieb des Benzinspreises trotz des Reisewochenendes zu einem Stillstand gekommen ist und der Preis stagniert. Und im Moment sieht der ADAC auch keinen Grund, dass sich das kurzfristig noch ändert.

Der Rohölpreis ist hauptsächlich verantwortlich, dass die Autofahrer für den Sprit wieder tiefer in die Tasche greifen müssen. Gegenwärtig sind für ein Barrel (159 Liter) der Nordsee-Sorte Brent ungefähr 65 Dollar zu bezahlen. Der Ölpreis ist ungefähr dort, wo er auch vor sechs Jahren 2009 war, nach seinem Absturz aus absoluter Rekordhöhe.

Auch der Euro erholt sich

Von seinem Tiefstand im Januar bei 46 Euro hat sich der Brent-Preis also wieder kräftig erholt. Dazu schadet der Kursverfall des Euro gegenüber dem Dollar den Autofahrern in Deutschland. Trotz der Erholungstendenzen in den vergangenen Wochen ist der Euro immer noch fast 19 Prozent billiger als vor einem Jahr. Es gehört zu den Tücken der Mathematik, dass der Dollar damit umgekehrt 23 Prozent teurer geworden ist. Anders gesagt: Die europäischen Einkäufer auf den internationalen Ölmärkten müssen 23 Prozent mehr ausgeben. Das kommt in Form höherer Preise auch bei den Autofahrern an. Mit dem Rohölpreis und dem Eurokurs ist ein Großteil des Preisanstiegs von rund 20 Cent je Liter bei Super E10 seit Mitte Januar zu erklären; dazu kommen noch Steuern.

Die Opec hat ihre Förderung nicht eingeschränkt

Spannend ist die Frage, wie es in den nächsten Wochen weitergeht mit dem Ölpreis. Seit dem vergangenen Sommer, als der Preisrutsch begann, hat sich im Grundsatz nicht viel verändert: Einem großen Angebot steht ein eher verhaltenes Wachstum der Nachfrage entgegen. Die US-Öllager sind immer noch üppig gefüllt und die Förderung in den USA läuft weiter auf Hochtouren, wenn auch mit weniger Bohrtürmen. Auch die Opec hat ihre Produktion nicht eingeschränkt; insgesamt stieg die weltweite Ölförderung im vergangenen Jahr um vier Prozent. Das sollte nicht viel Luft lassen für Preissteigerungen. Der Blick richtet sich nun schon auf die nächste Opec-Konferenz am 5. Juni in Wien. (dpa)

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