Wirtschaft : Vorbild Gegenbauer

Gebäudereiniger ist mit 200 Lehrstellen der beste Ausbildungsbetrieb Berlins

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Berlin - Werner Gegenbauer ist Geschäftsführer, Präsident, Schatzmeister – und Berliner. Seit 1988 leitet er die Unternehmensgruppe Gegenbauer: Er ist Chef von insgesamt rund 14 500 Mitarbeitern, im vergangenen Jahr erwirtschaftetete das Unternehmen einen Umsatz von fast 388 Millionen Euro. Von 1997 bis 2004 war Gegenbauer Präsident der Berliner Industrie- und Handelskammer (IHK). Er ist Schatzmeister des Deutschen Historischen Museums. Seine Herzensangelegenheit, hat er einmal gesagt, sei jedoch Hertha BSC. Dort ist er Präsident. Jetzt kann sich Gegenbauer über einen weiteren Titel freuen: Seine Firma ist Berlins bester Ausbildungsbetrieb.

„Glücklicherweise bilden tausende Berliner Unternehmen seit Jahren kontinuierlich und erfolgreich aus und tun damit etwas gegen den Fachkräftemangel“, sagte Stephan Schwarz, Präsident der Handwerkskammer, am Freitag auf der Messe „Tage der Berufsausbildung“ in Berlin. Dort wurden die besten Ausbildungsbetriebe der Stadt ausgezeichnet.

In Zeiten, in denen die Klagen über fehlende Ausbildungs- und Fachkräfte immer lauter werden und Unternehmen händeringend Nachwuchs suchen, bildet Gegenbauer erfolgreich aus – vorwiegend Gebäudereiniger. Mit rund 300 Ausbildungsplätzen, davon 200 in der Hauptstadtregion, gehört die Unternehmensgruppe zu den größten Ausbildern ihrer Branche. Werner Gegenbauer, Sohn des Firmengründers Carl Gegenbauer, hat selbst in dem Betrieb gelernt.

Die Firma unterstützt die berufliche Frühorientierung mit zwei Feriencamps, in denen Siebtklässler Kompetenzen für ihr späteres Berufsleben erlernen können. Zudem engagiert sich Gegenbauer auch im Rahmen des „Girl’s Day“ und spricht gezielt Jugendliche mit Migrationshintergrund auch für die Ausbildung an.

Der Zweitplatzierte, die Theodor Bergmann GmbH & Co Sanitäre Anlagen und Rohrleitungsbau KG, hat in den vergangenen zehn Jahren 80 Jugendliche ausgebildet. Bei der Solon SE, die den dritten Platz erreichte, schließen mehr als 60 Prozent der Azubis ihre Lehre wegen guter Leistungen früher ab. „Firmen, die sich in der betrieblichen Ausbildung engagieren, haben die Nase vorn in Hinblick auf die Fachkräftesicherung“, sagte IHK-Geschäftsführer Christoph von Knobelsdorff. JBA

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