Wirtschaft : Vorerst keine Wahl im Telekom-Ortsnetz Technische Probleme verzögern Wettbewerb der Anbieter

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Bonn (dpa). Die Öffnung der Telekom-Ortsnetze verzögert sich. Verbraucher können damit noch nicht wie zunächst geplant ab 1. Dezember unter verschiedenen Anbietern frei auswählen. Es sei noch eine ganze Reihe technischer Fragen zu klären, außerdem müssten sich die Wettbewerber untereinander noch auf bestimmte Rahmenbedingungen einigen, begründete ein Sprecher der Deutschen Telekom am Wochenende die Verzögerung. Der „Frankfurter Allgemeinen Sonntagszeitung“ zufolge wird es den Wettbewerb im Ortsnetz frühestens Ende April 2003 geben. Der Telekom-Sprecher wollte diesen Termin nicht bestätigen. Wer jetzt einen Zeitpunkt nenne, habe „hellseherische Fähigkeiten“. Den Vorwurf, die Telekom verteidige ihre Vormachtstellung im Ortsnetz durch eine Verzögerungstaktik, wies er zurück. Derzeit laufen fast alle Ortsgespräche über die Telekom.

Gesetzlich wäre das so genannte Call-by-Call-Verfahren bereits vom 1. Dezember an erlaubt. Von der freien Anbieter-Wahl auch im Ortsnetz erwarten Experten sinkende Preise. Bei Ferngesprächen hatte Call-by-Call in den vergangenen Jahren zu drastischen Tarifsenkungen geführt.

Der Zeitung zufolge hindern technische Gründe die Konkurrenten der Telekom, diesen Dienst anzubieten. Um die Netzbetreiberwahl auch im Ortsnetz zu ermöglichen, müssten die Schaltanlagen der Telekom in den Hauptverteilern mit neuer Software ausgestattet werden. Die Hersteller der Anlagen hätten den Auftrag zur Umstellung der Software erst spät erhalten. Außerdem gebe es Streit über den Preis, zu dem die Telekom den Wettbewerbern die Ortsgespräche ermöglichen muss.

Die Telekom wies eine Schuld der Telekom an Verzögerungen zurück. Das Gesetz sei erst vor wenigen Wochen abgesegnet worden und regle nur „in gröbsten Zügen“ die Wettbewerbsbedingungen. Bei den Fernverbindungen seien zwei Jahre bis zur freien Anbieterwahl vergangen.

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