Vorschusszahlungen von Auftraggebern : Insolvente Imtech sichert weitere Finanzierung der Baustellen

Vorschusszahlungen von Auftraggebern, Insolvenzgeld von der Bundesanstalt für Arbeit: Imtech Deutschland bleibt flüssig, die Bauarbeiten können weitergehen - vorerst.

Imtech-Zentrale in Hamburg: Imtech Deutschland kann vorerst weitermachen
Imtech-Zentrale in Hamburg: Imtech Deutschland kann vorerst weitermachenFoto: dpa

Der insolvente Baudienstleister Imtech Deutschland hat die Finanzierung für die nächsten Monate gesichert. Insolvenzverwalter Peter-Alexander Borchardt erhielt die Zusage für einen Massekredit "in signifikanter Millionenhöhe", wie er am Freitag in Hamburg mitteilte. Das Geld kommt Finanzkreisen zufolge von der Commerzbank, die damit auch verhindern kann, dass ihre Kreditbürgschaften (Avale) für Imtech Deutschland fällig werden. Die Bank und der Insolvenzverwalter wollten sich dazu nicht äußern. Ein Massekredit wird aus der Insolvenzmasse vorrangig zurückgezahlt und gilt daher als relativ sicher.

Noch sei offen, ob das Geld überhaupt gebraucht werde, sagte Borchardt. "Die Liquidität von Imtech Deutschland entwickelt sich deutlich besser als erwartet." Zahlreiche Auftraggeber hatten mit Vorschusszahlungen die Weiterführung der Bauarbeiten trotz der Pleite gesichert. Ein Sprecher Borchardts sagte, der Insolvenzverwalter habe für mehr als 500 der rund 900 Baustellen bereits die nötigen Finanzmittel freigegeben, bei den anderen werde noch geprüft. Borchardt muss herausfinden, ob Imtech dort jeweils kostendeckend arbeitet. Imtech ist unter anderem am Bau des neuen Berliner Großflughafen und der Kölner Oper beteiligt.

Die Deutschland-Tochter soll verkauft werden

Die Bezahlung der 4000 Mitarbeiter des Unternehmens sei ebenfalls in trockenen Tüchern. Die Belegschaft von Imtech Deutschland soll in der nächsten Woche das Insolvenzgeld bekommen, wie Borchardt weiter mitteilte. Es ersetzt im vorläufigen Insolvenzverfahren die Löhne. Das Geld kommt von der Bundesanstalt für Arbeit und soll ein insolventes Unternehmen vorübergehend entlasten.

Borchardt hatte Anfang der Woche die Unternehmensberater von Ernst & Young angeheuert, um den Verkauf der Deutschland-Tochter der niederländischen Royal Imtech zu organisieren. Der Insolvenzverwalter sucht vorrangig einen Käufer für das gesamte Unternehmen. Experten glauben jedoch, dass es sich nur in Teilen verkaufen lässt. Insgesamt haben sich bisher mehr als 40 Interessenten gemeldet.

Imtech ist auch am BER engagiert. (rtr)

1 Kommentar

Neuester Kommentar
      Kommentar schreiben