Wirtschaft : Vorsicht Windböen!

Wann Mieter, Hausbesitzer und Autofahrer Geld bekommen

M. von Armin/A. Kunze

Wenn Herbst-Sturmböen Dächer abdecken und Zäune einreißen, bleibt Geschädigten immerhin ein Trost: Die Versicherer müssen ab Windstärke acht die meisten Schäden übernehmen. Wer gut versichert in den Herbst gehen will, sollte wissen, wer was wann bezahlt.

Mieter: Bei Sturmschäden kommt meist die Hausratversicherung auf. Die Police ersetzt Sturmschäden an Möbeln und anderen Einrichtungsgegenständen, die im Haus untergebracht sind. Satellitenschüsseln, Markisen und andere außen am Haus angebrachte Einrichtungen sind meist nur bis zu einer bestimmten Höchstgrenze mitversichert. Wurde ein vom Mieter bezahlter Teppich durch eindringenden Regen beschädigt, ist das ebenfalls ein Fall für die Hausratversicherung. Aber: „Das Eindringen des Regens muss eindeutig durch den Sturm verursacht worden sein und nicht durch undichte Fenster oder Baumängel“, sagt der Versicherungsberater Michael Kronenberg.

Vermieter und Hausbesitzer: Eine Wohngebäudeversicherung zahlt für alle Schäden am Haus und Sachen, die mit dem Haus fest verbunden sind. Das schließt Feuer-, Leitungswasser-, Sturm- und Hagelschäden in der Regel mit ein. Dies muss allerdings ausdrücklich im Vertrag eingeschlossen sein. In den „gebundenen Wohngebäudeversicherungen“ ist das meist der Fall. Die Versicherung kommt dann auch für Folgeschäden auf, wenn zum Beispiel während des Sturms durch kaputte Fenster Regen ins Haus eindringt. Wichtig: Kosten für Aufräumarbeiten sind nur dann gedeckt, wenn sie für eine Reparatur nötig sind. Hausbesitzer sollten Schäden innerhalb einer Woche der Wohngebäudeversicherung melden.

Nicht-Versicherte: Besteht kein eigener Versicherungsschutz, können Geschädigte eventuell Ersatz erhalten, wenn ein Fremdverschulden vorlag. Das wäre dann der Fall, wenn zum Beispiel ein bereits vorher maroder Baum vom Nachbargrundstück auf das eigene Haus gefallen ist. Dann hätte der Nachbar seine so genannten Verkehrssicherungspflichten verletzt und müsste haften.

Autobesitzer: Typische Sturmschäden sind über eine Kfz-Teilkasko-Versicherung gedeckt. Hat der Sturm zum Beispiel die Dachziegel eines Hauses oder Äste auf ein Auto geschleudert, kommt die Teilkasko dafür auf. Die Einstufung als Teilkasko-Schaden bietet Vorteile auch für Vollkasko-Versicherte, weil der Schadenfreiheitsrabatt nicht belastet wird. Außerdem wird die Selbstbeteiligung der Teilkasko-Versicherung zugrunde gelegt, die meist niedriger ist als bei der Vollkasko.

Wer wegen des Sturms einen Fahrfehler begeht, braucht eine Vollkaskoversicherung. Der Fahrfehler darf aber nicht grob fahrlässig gewesen sein. Innerhalb einer Woche sollten Kfz-Halter den Schaden melden. Die Versicherung entscheidet dann, von wem der Schaden begutachtet werden soll: Oft genügt ein Gutachten einer Fachwerkstatt. Allerdings darf die Versicherung auch darauf bestehen, selbst einen Gutachter zu bestellen.

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