Wirtschaft : Vorsichtige Prognosen nach einem Rekordjahr Audi, BMW und Conti dämpfen die Erwartungen

Berlin/Detroit - Der deutsche Heimatmarkt und der Autoabsatz im übrigen Europa bereiten Herstellern und Zulieferern zunehmend Sorgen. Audi-Chef Rupert Stadler wagte am Montag in Detroit noch keine Prognose für dieses Jahr: „Jetzt Anfang Januar, insbesondere wenn man nach Europa guckt, kann man halt einfach noch nicht so richtig genau abschätzen, wo die Reise hingeht“, sagte der Vorstand der VW-Tochter. Wachsen werde Audi zwar – eine Einschätzung zur Dimension wagte Stadler jedoch nicht. „Wir unterhalten uns dann in ein paar Monaten über die Größenordnungen.“NAIAS MESSE]

BMW sieht die Entwicklung in Deutschland ebenfalls skeptisch. Im vierten Quartal habe sich der Auftragseingang in Deutschland verlangsamt, sagte Vertriebschef Ian Robertson in Detroit. 2013 könnte sich der Heimatmarkt abschwächen. Der Münchner Konzern verkauft in Deutschland rund 15 Prozent seiner Fahrzeuge. Die Absatzkrise in Europa zog den lange stabilen deutschen Automarkt zuletzt mit nach unten. Nach dem Absatzrekord im vergangenen Jahr rechnet BMW aber auch 2013 mit einer neuen Bestmarke. Konzernweit sei ein Wachstum der Auslieferungen im einstelligen Prozentbereich zu erwarten, sagte Robertson. Das Ziel von zwei Millionen verkauften Autos will der Konzern statt 2020 bereits 2016 erreichen.

Auf ein geringeres Wachstum stellt sich der Autozulieferer und Reifenhersteller Continental ein – nach einem Rekord im vergangenen Jahr. Angesichts der schwachen Vorzeichen an den Automobilmärkten strebe der Konzern für dieses Jahr ein Umsatzwachstum von rund fünf Prozent auf mehr als 34 Milliarden Euro an, kündigte Vorstandschef Elmar Degenhart am Montag in Hannover anlässlich der Automesse in Detroit an. Im abgelaufenen Jahr hatte Conti den Umsatz um sieben Prozent auf 32,7 Milliarden Euro gesteigert, etwas mehr als prognostiziert. Der bereinigte Betriebsgewinn lag bei knapp 3,5 Milliarden Euro; die operative Umsatzrendite auf Basis des bereinigten Gewinns vor Zinsen und Steuern (Ebit) kletterte auf 10,7 (Vorjahr: 10,1) Prozent. Die Rendite will Conti auch im laufenden Jahr oberhalb von zehn Prozent halten. dpa/rtr

1 Kommentar

Neuester Kommentar
      Kommentar schreiben