Wirtschaft : Vorsprung durch Kontakte

Ehemaliger Exportriese Gabeg will Rußlandgeschäft aktivieren

BERLIN (-olm).Vor der Wende zählte der Rußlandspezialist für Anlagen und Engineering Gabeg mit bis zu 10 000 Beschäftigten und einem Umsatz in der Spitze von rund einer Mrd.DM zu den größten Exportunternehmen der ehemaligen DDR.Heute, fünf Jahre nach dem Verkauf durch die Treuhand an die Nürnberger Brochier, hat die Gabeg mit einer Westmannschaft von nur noch 50 Mitarbeitern und Sitz in Berlin Mühe, das Rußlandgeschäft neu zu beleben. Noch immer schöpft die Gabeg aus Verbindungen, deren Grundlagen 1986 im Jamburg-Abkommen zwischen Ost-Berlin und Moskau gelegt wurden.Für 1900 Kilometer Pipelines und den Bau von 14 000 Wohnungen, Fabriken, Krankenhäusern und Schulen lieferten die Russen rund 25 Mrd.Kubikmeter Erdgas, was einer Leistung von 7,8 Mrd.DM entsprach.Das Vertragsverhältnis, das Bonn nach der Wende anerkannte und in seiner Weiterführung garantierte, war 1997 erfüllt und beendet worden.Jetzt steht die Gabeg, so Vorstandschef Herbert Reinel, vor einem Neuanfang.Markt-, Produkt- und Bauwerksanalysen, Projektmanagement, Transportlogistik sowie Vertragsgestaltung gehören unter anderem zum Leistungsspektrum der Firma.Durch langjährige Kontakte vor Ort rechnet sich Reinel einen Wettbewerbsvorsprung aus.Kenntnisse der Rechtsvorschriften, Erfahrungen mit Zoll- und Steuerbehörden und der Umgang mit den lokalen Institutionen beschreiben die Bandbreite des Know-hows.Den für das laufende Geschäftsjahr eingeplanten Umsatz beziffert Reinel mit rund 50 Mill.DM.Die Zahl entspricht etwa dem bisherigen Auftragsvolumen für die kommenden Monate.Die größten Probleme auf dem russischen Markt sieht Reinel in der Diskrepanz zwischen hohen Ansprüchen und unsicherer Finanzierung.Dennoch müsse man sich auf diesem Wachstumsmarkt früh genug engagieren.

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