Wirtschaft : Vorstände sollen Anleger entschädigen

Daniel Mohr

Berlin - Vorstände und Aufsichtsräte von Aktiengesellschaften müssen endlich voll in die Haftung genommen werden können, wenn sie vorsätzlich oder grob fahrlässig falsche Informationen an die Öffentlichkeit bringen. Dies forderte die Deutsche Schutzvereinigung für Wertpapierbesitz (DSW) am Donnerstag in Berlin. „Das ist die größte Lücke im Anlegerschutz“, sagte DSW-Hauptgeschäftsführer Ulrich Hocker. Bisher sei es für Aktionäre fast unmöglich, den auf Grund bewusster Fehlinformationen entstandenen Schaden ersetzt zu bekommen. Ein Gesetzentwurf dazu war schon einmal auf dem Weg, verschwand nach heftigen Widerständen der Wirtschaftsverbände aber wieder. „Es geht hier ja nicht darum, unternehmerische Fehlentscheidungen justitiabel zu machen, sondern den Anleger vor gezielten Fehlinformationen zu schützen“, sagte Carsten Heise von der DSW. Zudem fordert die DSW eine Meldepflicht schon ab einem Anteilsbesitz von einem Prozent an einem Unternehmen (bisher fünf), einen Anforderungskatalog für Aufsichtsräte und einen Dividendenbonus, für Aktionäre, die ihr Stimmrecht ausüben.

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