Wirtschaft : Vorstand der IBAG muss gehen

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Ein großer Teil der Führungsgruppe der Immobilientochter IBAG der Bankgesellschaft Berlin (BGB) verliert nach einer teilweise turbulent verlaufenen Sitzung des IBAG-Aufsichtsrats am Dienstag seinen Arbeitsplatz. Nach Insiderangaben war das Votum knapp: mit vier Stimmen für die Entlassung der Geschäftsleiter - bei drei Gegenstimmen - zogen die Beteiligten die Konsequenzen aus der Affäre um den Gardelegen-Immobilienfonds. Gehen müssen IBAG-Vorstandsmitglied Friedhelm Schaperjahn, Fonds-Vertriebschef Horst Geiselbrecht, Helmut Müller, Leiter der Baugesellschaft Bavaria, Uwe Schomburg, Chef der Wohnungsbaugesellschaft Arwobau sowie Günter Fudderholz, Chef der DSK.

Vorausgegangen waren rückwirkende Kündigungen der Bankvorstände Thomas Kurze und Lothar Wackerbeck. Ihnen wird zur Last gelegt, Einfluss auf die Sanierung des Gardelegen-Fonds genommen zu haben. Kurze war selbst beteiligt an dem Fonds und saß im Aufsichtsrat der für diesen zuständigen Gesellschaft. Doch nicht der Aufsichtsrat traf die Entscheidung, die leeren Fonds-Immobilien durch Mietzahlungen aus Bank-Mitteln zu stützen, sondern eine Runde der vorgenannten IBAG-Führungskräfte. Insidern zufolge sei dies geschehen, um einen Image-Schaden von der Bankengruppe abzuwenden: Damals habe man noch für andere Fonds nach Käufern gesucht. Die Zeichner selbst, darunter Politiker und Banker, verzichteten seither auf die versprochenen Ausschüttungen. BGB-Sprecher Herbert Beinlich sagte, Schaperjahn sei von seiner Vorstandsfunktion aus wichtigen Grund sofort entbunden worden. Zu anderen Personalien nahm er keine Stellung.

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