Wirtschaft : Vorstand soll Beteiligung von 33,4 Prozent gebilligt haben

Der Einstieg von DaimlerChrysler beim japanischen Autokonzern Mitsubishi Motors (MMC) ist angeblich perfekt. Wie japanische Medien am Mittwoch berichteten, billigte der Vorstand von Mitsubishi auf einer außerordentlichen Sitzung die Übernahme von 33,4 Prozent der Anteile durch DaimlerChrysler. Ein Sprecher von DaimlerChrysler sagte zu den Berichten in Stuttgart: "Zu Spekulationen geben wir wie üblich keine Stellungnahme ab." Vorstandschef Jürgen Schrempp hatte erst am Dienstag gesagt: "Wenn wir die Chance für weiteres Wachstum in Asien sehen, werden wir sie ergreifen, und ich vermute, dass das sehr bald geschehen wird." Käme es zu dem Einstieg, hätte DaimlerChrysler als größter Anteilseigner eine Sperrminorität und könnte wichtige Entscheidungen bei Mitsubishi blockieren.

In einer von MMC verbreiteten Erklärung hieß es lediglich, der Vorstand habe Konzernchef Katsuhiko Kawasoe freie Hand für die Auswahl eines Partners erteilt. Einem Bericht der japanischen Nachrichtenagentur Kyodo News zufolge gibt es eine Einigung, die aber nicht vor Mai unterzeichnet werde. Die japanische Agentur Jiji Press berichtete hingegen, Kawasoe und Schrempp planten, Ende März zusammenzukommen, um eine endgültige Einigung über die Beteiligung von DaimlerChrysler zu erzielen. Laut Kyodo beschränkt sich das Geschäft mit DaimlerChrysler auf den Personenwagenbereich. Nach Informationen von Jiji Press planen die Konzerne, gemeinsam ein Drei-Liter-Auto für den europäischen Markt zu entwickeln. Dabei bringe Mitsubishi Motors seinen modernen Direkt-Einspritz-Motor "GDI" ein, hieß es.

DaimlerChrysler sucht einen Partner im Kleinwagenbereich. Der deutsch-amerikanische Konzern strebt in Asien einen Umsatzanteil von 25 Prozent an. Im vergangenen Jahr waren es 3,2 Prozent. Mitsubishi Motors sucht einen finanzstarken Partner. Das Unternehmen hat Schulden von umgerechnet rund 31 Milliarden Mark. Die meisten der elf japanischen Autokonzerne haben sich in der Hoffnung auf Finanzspritzen auf ausländische Allianzen eingelassen. Kommt das Geschäft zu Stande, blieben Branchenprimus Toyota und Honda noch ohne ausländische Partner. Wie der französische Renault-Konzern beim angeschlagenen Nissan-Konzern dürfte auch DaimlerChrysler von Mitsubishi drastische Umstrukturierungsschritte einfordern.

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