Wirtschaft : Vorstand will 2,25 Mark nach 2,20 Mark im Vorjahr zahlen

Der deutliche Gewinnzuwachs bei der Deutschen Bank 1999 zahlt sich für die Aktionäre anders als im Vorjahr nicht aus. Der Vorstand des größten deutschen Geldhauses will pro Aktie 1,15 Euro (knapp 2,25 Mark) ausschütten. Dies teilte die Deutsche Bank am Mittwoch in Frankfurt mit. 1998 waren 2,20 (Vorjahr: 1,80) Mark je Anteil gezahlt worden. Gegen den Trend der drei anderen Großbanken legte der Kurs des Branchenführers am Mittwoch zu. Er stieg zur Kasse um 1,25 auf 79,85 Euro. Aktuelle Angaben über die Ertragsentwicklung bis Ende 1999 liegen allerdings noch nicht vor. Erste Zahlen über das vierte Quartal und das Gesamtjahr werden erst für Mitte Februar erwartet.

Unter Berücksichtigung der Kapitalerhöhung im vorigen Jahr steigt die Dividendensumme damit auf 706,5 (Vorjahr: 599,5) Millionen Euro. "Der Vorstand bringt damit seine Zuversicht in die weitere Stärkung der Ertragskraft der Bank zum Ausdruck." In den ersten neun Monaten hatte der Branchenprimus ein neues Spitzenergebnis erzielt und dabei auch vom Kauf des US-Hauses Bankers Trust profitiert. So übertraf das Betriebsergebnis im Zeitraum Januar bis September mit fast 2,6 Milliarden Euro (plus 40 Prozent) bereits deutlich das Ergebnis des gesamten Jahres 1998. Dank deutlich niedrigerer Abführungen an den Fiskus sprang der Gewinn nach Steuern um fast 43 Prozent auf knapp 1,9 Milliarden Euro. Das Ergebnis je Aktie legte auf 3,16 (2,44) Euro zu.

Mit Blick auf die Aktienkurse einer Fülle kleinerer Technologiefirmen zeigte sich der Vorstandssprecher der Deutschen Bank, Rolf Breuer, unterdessen pessimistisch. Die Kurse lägen "jenseits von Gut und Böse" und seien "krass überbewertet", sagte Breuer dem Wirtschaftsmagazin "Capital".

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