Wirtschaft : Vorstand will gegen Streiks klagen Kunden sollen vom Tarifstreit wenig spüren

Berlin - Die Deutsche Bahn bereitet sich auf eine Streikwoche vor. Das Unternehmen hat sich nicht nur mit Notfallplänen gerüstet, um Bahnkunden möglichst wenig von Arbeitsniederlegungen spüren zu lassen. Die Bahn stellt sich auch darauf ein, Streiks, wie schon im Sommer, gerichtlich zu unterbinden. „Das behalten wir uns selbstverständlich vor“, sagte Personalvorstand Margret Suckale dem „Handelsblatt“. Man werde alles versuchen, „damit die Tarifauseinandersetzung nicht auf dem Rücken unserer Kunden ausgetragen wird“. Gegen die bereits im Sommer geplanten Streiks hatte die Bahn etliche gerichtliche Eilbeschlüsse erwirkt, die der GDL Arbeitsniederlegungen in weiten Bereichen des Güter- und Personenverkehrs untersagten.

Damit läuft die Strategie der Bahn darauf hinaus, die Streikmacht der Lokführergewerkschaft GDL zu neutralisieren. Sollte dies erfolgreich sein, dürfte die Gewerkschaft unter Druck geraten, sich kompromissbereiter zu zeigen. Kern des Streits ist die Forderung der GDL nach einem eigenständigen Tarifvertrag. Dieser soll Lokführern weitaus stärkere Einkommenszuwächse bringen als der Anfang Juli erzielte Kompromiss der Bahn mit den Gewerkschaften Transnet und GDBA. Dieser sieht Gehaltszuwächse von 4,5 Prozent für alle Eisenbahner vor.

Bahnchef Hartmut Mehdorn bot den Lokführern am Sonntag zwei Wochenstunden bezahlte Mehrarbeit an. Dieses Gehaltsplus, zusätzlich zu den abgeschlossenen 4,5 Prozent Lohnerhöhung und weiteren 0,5 Prozent durch verbesserte Fahrzulagen ergebe unter dem Strich rund 10 Prozent mehr, sagte Mehdorn in der „Bild“-Zeitung am Sonntag. Ein fast identisches Angebot hatte die GDL in der vergangenen Woche allerdings als „Provokation“ zurückgewiesen. dc (HB)/AFP

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