Wirtschaft : Vorstandschef Heibel weist Spekulationen über eine Zerschlagung entschieden zurück

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Spekulationen über eine mögliche Zerschlagung der Berliner Elektro Holding (BEH) sind vom Vorstandschef des Unternehmens, Reinhold Heibel, am Montag entschieden zurückgewiesen worden. Eine Abspaltung einzelner Unternehmensteile aus dem Holding-Verbund, die vom größten Einzelaktionär Maximilian Bernau offenbar begrüßt wird, gefährde den strategischen Zusammenhalt der Gruppe, sagte Heibel dem Tagesspiegel. Die in der Vergangenheit vom Vorstand betriebene Konzentration auf das IT-Geschäft müsse fortgeführt werden. Darin sei sich der Vorstand mit Bernau einig. "Wir dürfen nicht dorthin zurückfallen, wo wir vor drei bis vier Jahren standen", so der BEH-Chef. Den erneut aufgeflammten Streit zwischen Vorstand und Eigentümern über die Zukunft der Berliner Elektro kommentierte Heibel mit den Worten: "Der Vorstand würde eine konstruktive Fortentwicklung des Aktionärskreises ohne permanente Scharmützel begrüßen."

Nach einem Bericht der "Börsen-Zeitung" vom Wochenende soll die französische Bank Société Générale bereits einen Plan zur Übernahme und Zerschlagung der BEH entwickelt haben. Nähere Angaben dazu machte das Institut am Montag nicht. Maximilian Bernau, der Sohn des Firmengründers Manfred Bernau, hält zusammen mit anderen Familienmitgliedern knapp 25 Prozent des stimmberechtigten Kapitals der Beteiligungsgesellschaft. Laut "Börsen-Zeitung" will Bernau das Paket halten und "gemeinsam mit Partnern" zu einer Mehrheitsbeteiligung an der Berliner Elektro Holding aufstocken, um anschließend einen Kurswechsel im Management durchzusetzen. Heibel erklärte am Montag, ihm sei nicht bekannt, um welche Partner es sich dabei handeln soll. "Es wird seit fünf bis sechs Monaten vergeblich gesucht."

Wichtiger als die Zerschlagung der Holding, die mit nur 10 Mitarbeitern Know-how im Beteiligungsgeschäft erworben habe, ist nach Heibels Auffassung ein überzeugenderer Auftritt am Kapitalmarkt. Die börsennotierten Sparten Verkehrstechnik (Schaltbau), Chipmontagetechnik (Besi) sowie die Tochter Euromicron sollten als strategische Einheit vom amtierenden Management "geführt und entwickelt werden". Die mit 300 Mill. DM an der Börse unterbewertete Gruppe müsse ihr "Aktivitäten-Spektrum fokussieren". Fair bewertet sei die BEH mit rund 900 Mill. DM. BEH-Stammaktien verbuchten am Montag Nachmittag im Vergleich zum Freitagsschluss einen Kursgewinn von gut 12 Prozent auf 10 Euro.

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