Wirtschaft : Vorstandschef Seifert begrüßt Fusion der Konkurrenz

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Werner Seifert, Vorstandschef der Deutsche Börse AG, betrachtet die Fusion der Konkurrenten in Paris, Brüssel und Amsterdam zur neuen grenzüberschreitenden Börse Euronext nicht als Rückschlag für seine eigenen Pläne und für eine einheitliche europäische Börse. Die vor zwei Jahren geschlossene Allianz der acht großen westeuropäischen Börsen sei dadurch nicht infrage gestellt. "Mir war immer klar, dass es unter diesem Dach zu einer Konsolidierung kommt. Schließlich mischen große und kleine Börsen mit", sagte Seifert am Freitag in Frankfurt.

Für den Chef der Deutsche Börse AG, die selbst bald unter dem Namen Euroboard an die Börse geht, ist Euronext eine Zwischenstufe auf dem Weg zu einer paneuropäischen Börse. Für die Börsen in Paris, Brüssel und Amsterdam sei der Schritt sinnvoll, weil sie sich ergänzten. Im übrigen sei immer klar gewesen, dass das zersplitterte europäische Börsenwesen nur in kleineren Schritten zueinander finden könne. Seifert räumt allerdings ein, dass der Einigungsprozess langsamer in Gang komme als erhofft.

Trotzdem habe die Allianz der acht Börsen schon Beachtliches erreicht. "Sie war immer auf Standardisierung der Systeme und Geschäftsabläufe angelegt. Und da sind wir ein erhebliches Stück vorangekommen", sagt Seifert. Auch die Versuche anderer außereuropäischer Firmen oder Börsen, in Europa eigene Handelssystems zu etablieren, betrachtet Seifert gelassen. Die US-Technologie-Börse Nasdaq habe zwar ihren Schritt nach Europa angekündigt. "Wenn ich etwas Konkretes sehen würde, könnte ich es auch beurteilen". Und wenn sich die Nasdaq in Europa etabliere sei das kein Nachteil. Die Kapitalnachfrage von jungen Unternehmen sei so groß, dass sie von den vorhandenen Börsen nicht abgedeckt werden könne.

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