Wirtschaft : Vorübergehende Besserung in Sicht

Maurice Shahd

Die amerikanische Wirtschaft liegt am Boden. Sämtliche Indikatoren zeigen eine deutliche Verschlechterung der Konjunktur, die Volkswirtschaft schrumpft. Die US-Verbraucher glauben nicht an einen baldigen Aufschwung. Folgerichtig senkten sie ihre Ausgaben im Oktober um 1,8 Prozent - der stärkste Rückgang seit 1987. Auch in der Industrie ist die Stimmung schlecht. Der Einkaufsmanager-Index, der insbesondere die Auftragseingänge abfragt, brach dramatisch ein. Die Arbeitslosenzahl kletterte im Oktober um 415 000 auf eine Quote von 5,4 Prozent. Die Ausgabenkürzungen der Verbraucher und der Industrie führten im dritten Quartal zu einem Rückgang des Bruttoinlandsprodukts um 0,4 Prozent in den USA.

Die Terroranschläge vom 11. September sind nicht der Grund für die schlechte Lage der US-Wirtschaft. Schon vor diesem Datum war die Konjunktur in den USA auf Talfahrt. Doch der Terror und seine Folgen haben den Abschwung verstärkt. Fluglinien und das Gastgewerbe mussten kräftig Stellen abbauen und der Krieg verdüstert die Stimmung der Verbraucher. Die Frage lautet jetzt nicht mehr, ob es eine Rezession geben wird, sondern wie lange sie dauern wird.

Die US-Notenbank hat alles unternommen, um die Wirtschaft durch niedrige Zinsen anzukurbeln. Und Präsident George W. Bush will die Konjunktur mit einem 100-Milliarden-Dollar Paket auf Trab bringen. Zusammen mit den Zinssenkungen sollte das reichen, um im kommenden Jahr zumindest vorübergehend positive Wachstumszahlen zu erreichen. Ob die konzertierte Aktion allerdings für eine nachhaltige konjunkturelle Wende taugt, ist noch lange nicht heraus. Wenn nicht, wird es richtig bitter: Denn die Geld- und Finanzpolitiker haben ihr Pulver bereits verschossen.

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