Wirtschaft : Vorwürfe gegen Tietmeyer zurückgezogen

Buchautor Knipp sieht sich vom "Spiegel" falsch zitiert / Proteste auch der Deutschen Bank BONN (rtr).Nach dem Wirbel um Wertpapiergeschäfte von Bundesbankpräsident Tietmeyer scheinen nun alle Seiten an einer Schadensbegrenzung interessiert.Bei der Vorstellung seines Buches "Der Machtkampf" hat Autor Thomas Knipp am Montag in Bonn Berichte zurückgewiesen, er beschuldige darin Tietmeyer und Bundesbank-Chefvolkswirt Otmar Issing des Insiderhandels."Nichts liegt mir ferner", sagte er.Von den Geschäften der mit der Verwaltung ihrer Vermögen beauftragten Metallbank sei den beiden Bundesbankern nichts bekannt gewesen.Das Magazin "Der Spiegel" hatte in seiner jüngsten Ausgabe entsprechende Vorwürfe unter Berufung auf Knipp erhoben.In dem Bericht des "Spiegels" hieß es, die Metallbank habe für Tietmeyer und Issing im Oktober 1992 Bundesobligationen im Nennwert von insgesamt 1,5 Mill.DM auf Kredit gekauft und nach einer Zinssenkung für Bundesobligationen mit Gewinn wieder verkauft.Zudem deutete Knipp laut "Spiegel" in seinem Buch an, der Kontenverwalter der Metallbank habe für seine Tätigkeit Informationen über geldpolitische Absichten der Bundesbank erhalten.Die in der Presse formulierten Beschuldigungen gegen Tietmeyer und Issing seien durch seinen Text nicht gedeckt, sagte Knipp.Vielmehr sei dieser Eindruck durch die "geschickte Aneinanderreihung" von einzelnen Textpassagen und indirekten Fragen erweckt worden."Dagegen wehren wir uns", sagte er.Die Geschäfte mit den Bundesobligationen habe es zwar gegeben und diese Geschäfte hätten einen gewissen Geschmack, der nicht gut sei, sagte Knipp.In den entsprechenden Textpassagen habe er aber mehrmals darauf hingewiesen, daß Tietmeyer und Issing von den Geschäften offenbar nichts gewußt hätten.Nachdem sie die Abrechnungen bekommen hätten, hätten sie sofort weitere Geschäfte dieser Art untersagt.Es gehe bei der Schilderung des Falles lediglich darum aufzuzeigen, wie ein Mitarbeiter der Metallbank Geschäfte getätigt habe.Der Journalist Thomas Knipp beschreibt in seinem Buch, wie die Metallgesellschaft 1993 durch spekulative Ölgeschäfte in Liquiditätsprobleme geraten war.Zudem geht es darum, welche Rolle deutsche Geschäftsbanken in der Finanzkrise der Metallgesellschaft spielten.Die Deutsche Bank verwahrte sich am Montag in einer Pressemitteilung gegen die "einseitige negative Darstellung ihrer Rolle bei der Bewältigung der existenzbedrohenden Krise der Metallgesellschaft" in Knipps Buch.Das Urteil Knipps beruhe zum Teil auf Behauptungen, "die nachweislich falsch sind".

Mehr lesen? Jetzt gratis E-Paper testen!

0 Kommentare

Neuester Kommentar
      Kommentar schreiben