VW-Betriebsversammlung : Betriebsrat will starke Rolle Niedersachsens

Der VW-Betriebsrat hat das Land Niedersachsen aufgefordert weiterhin eine starke Rolle bei dem Autobauer zu spielen. Das Land solle eine Art "Airbag" zwischen Belegschaft und Führung spielen.

Wolfsburg - Betriebsratschef Bernd Osterloh sagte auf einer Betriebsversammlung in Wolfsburg vor rund 18.000 Beschäftigten zu Ministerpräsident Christian Wulff (CDU): "Wenn das VW-Gesetz fällt, dann halten Sie die Anteile des Landes Niedersachsen so weit, dass Sie weiterhin Gewicht auf der Kapitalseite im Aufsichtsrat haben." Wulff nahm erstmals an einer VW-Betriebsversammlung teil.

Osterloh sagte weiter, falls Hauptaktionär Porsche sich "aus welchen Gründen auch immer" irgendwann bei VW zurückziehen sollte, habe er gerne einen "Airbag". Das Land mit seinem "ureigensten" Interesse am Erhalt von Arbeitsplätzen bei Volkswagen und nachfolgend in der Zuliefererindustrie sei dafür prädestiniert. Das Land Niedersachsen ist zweitgrößter VW-Aktionär.

EU-Kommission scheint Recht zu bekommen

Am Dienstag hatte der Generalanwalt beim Europäischen Gerichtshof in einem Gutachten erklärt, das VW-Gesetz behindere den freien Kapitalverkehr in der EU und verstoße gegen Europäisches Recht. Er stellte sich damit auf die Seite der klagenden EU-Kommission.

Bei der VW-Betriebsversammlung anwesend waren auch der neue Vorstandschef Martin Winterkorn und VW-Aufsichtsratschef Ferdinand Piëch. Wulff und Piëch begrüßten sich herzlich. Ihr Verhältnis galt in der Vergangenheit als angespannt. Am Dienstag hatte das Land Niedersachsen seinen Widerstand gegen eine Wiederwahl Piëchs als VW- Aufsichtsratschef aufgegeben. (tso/dpa)

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