Wirtschaft : VW-Chef trifft belgischen Premier

Gespräche über Zukunft des Brüsseler Werkes

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Gespräche über Zukunft des Brüsseler Werkes Berlin - Die Bemühungen um die Zukunft des Brüsseler VW-Werks werden intensiver. Am heutigen Freitag will sich der künftige VW-Vorstandsvorsitzende und jetzige Audi-Chef Martin Winterkorn in Brüssel mit dem belgischen Regierungschef Guy Verhofstadt treffen. Bereits am Mittwochabend traf sich Verhofstadt mit Arbeitnehmervertretern, darunter IG-Metall-Chef Jürgen Peters, der als stellvertretender Aufsichtsratsvorsitzender erheblichen Einfluss auf die Strategie von Volkswagen hat. Am Sonnabend ist in der belgischen Hauptstadt eine Demonstration gegen den angekündigten Stellenabbau geplant. Dazu fährt auch ein Bus mit IG Metallern vom Konzernsitz Wolfsburg nach Brüssel.

VW will die Golf-Fertigung aus dem Brüsseler Werk abziehen und nach Wolfsburg verlagern. Von den 5300 Arbeitsplätzen sollen rund zwei Drittel wegfallen. Winterkorn hat schon angedeutet, dass ein neuer, kleiner Audi von 2009 an in Brüssel gebaut werden könnte, wenn dort die Bedingungen stimmten. Derzeit gibt es dazu Gespräche mit den Arbeitnehmervertretern.

IG-Metall-Chef Peters ließ am Donnerstag mitteilen, er sei sich mit dem belgischen Premier einig, dass der belgische VW-Standort eine Zukunft haben müsse. Bei der „anstehenden Restrukturierung von Volkswagen“ sollten alle Standorte gesichert werden. Ferner, so Peters, dürfe kein Werk wegen der Vereinbarung über die Beschäftigungs- und Standortsicherung in Deutschland geschlossen werden. Allerdings ist es wohl so, dass wegen der Vereinbarung die Golf-Fertigung nach Wolfsburg kommt. Denn Gewerkschaft und Unternehmen verständigen sich auf eine unbezahlte Verlängerung der Arbeitszeit. Das macht aber nur Sinn, wenn es vor allem im Stammwerk Wolfsburg, das derzeit nicht voll ausgelastet ist, auch genügend Arbeit gibt. Mit der Verlegung der Golf-Fertigung von Brüssel nach Wolfsburg macht VW deshalb einen großen Schritt, um tatsächlich mit der unbezahlten Mehrarbeit die Kosten je Auto deutlich zu reduzieren. alf

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