Wirtschaft : VW-Chef Winterkorn ist Topverdiener 2011 zweistelliges Millioneneinkommen

D. Fockenbrock/M. Schneider (HB)

Düsseldorf/Hamburg - Die Bilanz des VW-Konzerns, die der Autohersteller an diesem Montag in Wolfsburg vorlegt, enthält einen mit Spannung erwarteten Abschnitt: den Vergütungsbericht für Vorstand und Aufsichtsrat. Die Details sind noch geheim, fest steht aber: Volkswagen-Chef Martin Winterkorn wird dank der Rekordfahrt des Unternehmens und seines zu rund 80 Prozent variablen Einkommens zum Topverdiener unter den 30 Dax-Unternehmen.

Winterkorn stößt mit seiner zweistelligen Millionenvergütung in eine Region vor, die bislang dem scheidenden Deutsche-Bank-Chef Josef Ackermann und Daimler-Boss Dieter Zetsche vorbehalten waren. Zetsche überschritt nur einmal 2007 knapp die Zehn- millionenmarke, Ackermann schaffte es dreimal in den zweistelligen Bereich.

Der VW-Chef bekam schon einmal, nämlich für das Geschäftsjahr 2008, fast 13 Millionen Euro überwiesen, das lag aber an der Ausübung von Aktienoptionen aus früheren Jahren. Diese Beträge dürfen dem Jahr nicht zugerechnet werden. Jetzt wird Winterkorn zwar endgültig zum bestbezahlten Manager im Dax. Doch im Vergleich zu den Einkünften des an der VW-Übernahme gescheiterten früheren Porsche-Chefs Wendelin Wiedeking nimmt sich sein Salär weiter bescheiden aus: Wiedeking strich auf dem Höhepunkt der Optionsgeschäfte mit VW-Aktien 77 Millionen Euro für 2008 ein.

Unter Winterkorns Führung ist Volkswagen rasant gewachsen. Bis 2018 wollen die Niedersachsen erstmals mehr als zehn Millionen Autos verkaufen, eine Umsatzrendite von acht Prozent erzielen, 16 Prozent Kapitalrendite im Konzernbereich Automobile erwirtschaften und dabei die höchste Kundenzufriedenheit aufweisen. Winterkorns Mentor Ferdinand Piëch, heute Aufsichtsratschef, hat seit Jahrzehnten darauf hingearbeitet, an der Spitze der globalen Autoindustrie zu stehen. Piëch stellt sich der Hauptversammlung am 19. April zur Wiederwahl. Dann soll auch seine Frau Ursula Piëch, die bereits eine zentrale Rolle in den privaten Stiftungen ihres Mannes einnimmt, in das Kontrollgremium einziehen, wie VW am Sonntag bestätigte. D. Fockenbrock/M. Schneider (HB)

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