Wirtschaft : VW: Der Autokonzern trotzt der Konjunkturflaute

Volkswagen hat trotz der weltweiten Konjunkturflaute zuletzt mehr Autos exportiert und damit im ersten Halbjahr einen 30 Prozent höheren Gewinn eingefahren. Wie der Konzern am Freitag in der Zwischenbilanz bekannt gab, legten vor allem die Ausfuhren nach Asien, Osteuropa und Lateinamerika kräftig zu. Dadurch wurden die schrumpfenden Absatzzahlen im Inland mehr als wettgemacht, der Weltmarktanteil von Volkswagen mit den Marken VW, Audi, Seat, Skoda sowie Rolls-Royce und Bentley kletterte um 0,6 Punkte auf insgesamt 12,5 Prozent.

Der VW-Motor ist auch durch die weltweite Konjunkturabschwächung nicht ins Stottern geraten. Der Wolfsburger Konzern legte in den ersten sechs Monaten 2001 bei Verkauf, Umsatz und Ergebnis erneut deutlich zu. Der Vorstand blieb deshalb bei seiner optimistischen Prognose, die Rekordzahlen des Jahres 2000 zu übertreffen. "Die Geschäftsentwicklung des Volkswagen-Konzerns wird sich trotz deutlich sichtbarer Marktschwächen in einigen Ländern im zweiten Halbjahr 2001 insgesamt in erfreulicher Weise fortsetzen."

Der Konzern lieferte weltweit 2,66 Millionen Autos aus. Das sind 2,6 Prozent mehr als vor einem Jahr. Der Umsatz stieg nach deutscher HGB-Bilanz um 9,9 Prozent auf 46,773 Milliarden Euro oder 91,5 Milliarden Mark. Das Vorsteuerergebnis wuchs um 16,2 Prozent auf 1,513 Milliarden Euro, der Reingewinn zog um 30 Prozent auf 833 Millionen Euro an.

Damit betrug die Umsatzrendite vor Steuern nach HGB in den ersten sechs Monaten des Jahres 3,2 (2000: 3,1) Prozent. Nach IAS sogar 5,2 Prozent. Vorstandschef Ferdinand Piëch plant eine Umsatzrendite von 6,5 Prozent. Im gesamten vergangenen Jahr wurden 4,05 Prozent erreicht.

In einer Analystenkonferenz am Nachmittag räumte VW-Finanzvorstand Bruno Adelt ein, dass Südamerika derzeit ein "Sorgenkind" sei. Schwere Probleme der Wirtschaft in Argentinien und ungünstige Wechselkurse in Brasilien hätten das Ergebnis negativ beeinflusst. Sorgen mache auch die absatzstarke Marke Skoda durch die starke tschechische Krone.

Ein Problem für VW bleibt der schlechte Inlandsabsatz, der nach deutlichem Vorjahresverlusten nochmals um 5,5 Prozent auf 513 333 Fahrzeuge zurück ging. Der deutsche Markt insgesamt verlor gleichzeitig 2,8 Prozent. Dennoch hat VW auf Basis der Pkw-Neuzulassungen seinen Marktanteil in Deutschland von 29,6 auf 30,0 Prozent ausgebaut. Der Weltmarktanteil sei leicht auf 12,5 Prozent gestiegen. Als Grund nannte VW den guten Verkauf in Westeuropa, Südamerika und in der Region Asien/Pazifik. In Westeuropa gab es bei den Marktanteilen ein leichtes Plus auf 19 Prozent, da der Konzern seinen Absatz um 2,1 Prozent auf 1,08 Millionen Fahrzeuge ausbaute, während der Markt um 1,4 Prozent zurück ging. In Westeuropa inklusive Deutschland liegt VW mit knapp 1,6 Millionen ausgelieferten Automobilen weiter an der Spitze, aber um 0,4 Prozent unter dem Vorjahr.

Bei den Konzernmarken verzeichneten Seat und VW-Nutzfahrzeuge Einbußen. Dagegen verkaufte die tschechische Tochter Skoda erneut mehr Autos. Der Absatz stieg um 17,3 Prozent auf 247 000 Autos.

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