Wirtschaft : VW fühlt sich allein stark genug

WOLFSBURG (stw/HB).Volkswagen bremst die Erwartungen für 1999: Nach dem zurückliegenden Rekordjahr stehe für VW jetzt im Vordergund, die erreichte Position zu festigen, sagte der Vorstandsvorsitzende Ferdinand Piëch.Finanzvorstand Bruno Adelt stellte fest, eine weitere Verbesserung des Ergebnisses sei "nur schwer erreichbar".Doch in den ersten Monaten dieses Jahres ist von einem Abschwung noch nichts zu spüren.

Als Piëch gestern die Bilanz für das vergangene Jahr vorstellte, ging er auch auf die nähere Zukunft von VW ein.Angesichts von Zuwächsen im ersten Quartal, sechs neuen Typen in diesem Jahr und der verkaufsfördernden Internationalen Automobil-Ausstellung (IAA) im Herbst sah er voraus, daß das Geschäft "nicht so schlecht laufen dürfte".Schon in den ersten Monaten dieses Jahres ist noch keine Flaute beim VW-Absatz festzustellen.Der Konzern lieferte bis Ende März rund 1,2 Mill.Fahrzeuge aus - das entspricht einem Plus von gut sieben Prozent gegenüber dem Vorjahreszeitraum.Für Westeuropa gab Piëch sogar eine Steigerung um 20 Prozent an.Der Kurs der VW-Stammaktien stieg daraufhin kräftig.

In der Auto-Sparte wird das Publikum auf Neuheiten der gerade gekauften Luxusmarken zwar noch etwas warten müssen.Aber die Wolfsburger starten eine Modell-Offensive mit sechs Einführungen im Laufe dieses Jahres "in der Mitte und nach unten".Mit den neuen Modellen will der Konzern den Aufschwung fortsetzen, der den Weltmarkt-Anteil im vorigen Jahr von 10,4 auf 11,5 Prozent steigen ließ.In Westeuropa wuchs der Anteil von 17,1 auf 18 Prozent.Der Umsatz stieg um 18,5 Prozent auf 134 Mrd.DM, der Jahresüberschuß machte einen Sprung von 65 Prozent auf 2,2 Mrd.DM.Der Konzern will die Dividende für 1998 um 0,30 DM auf 1,50 DM je Stamm- und 1,60 DM je Vorzugsaktie erhöhen.Erstmals gab der Konzern die Kapitalrendite nach Steuern an: Sie ist demnach im Autogeschäft von 4,8 Prozent auf 7,3 Prozent gestiegen.Angestrebt würden rund zehn Prozent, hieß es.

Der Konzern will "um die Jahrtausendwende" sechs Mill.Autos bauen - gegenüber 4,8 Mill.im vergangenen Jahr.Dabei ist die Zeit der spektakulären Zukäufe zumindest in der Pkw-Sparte offenbar vorbei: Piëch sagte ungewohnt deutlich, daß er von Großfusionen nichts halte.In der Regel seien sie teurer als der Aufbau eines vergleichbaren Geschäfts aus eigener Kraft.Mit Seat und Skoda, aber auch mit Audi habe VW diese Erfahrung selbst gemacht.Eine Zusammenarbeit mit BMW ließ er offen."Mir liegt an guter Zusammenarbeit bei Rolls-Royce und Bentley", sagte Piëch."Alles andere werden wir interessiert über die Jahre verfolgen." Auch im Nutzfahrzeuggeschäft, wo schon lange der Einstieg in die schwere Lkw-Klasse geplant wird, habe derzeit der Alleingang Vorrang.

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