Wirtschaft : VW: IG Metall nennt Bedingungen für Arbeitszeitmodell

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Die Verhandlungen um 5000 zusätzliche Arbeitsplätze bei VW stehen vor der entscheidenden Phase. Am kommenden Montag treffen sich Vertreter von Volkswagen und der IG Metall zur wahrscheinlich abschließenden Verhandlungsrunde um das so genannte Modell 5000 mal 5000: VW will 5000 Personen für die Herstellung eines Minivan einstellen; diese Arbeitskräfte sollen 5000 Mark monatlich erhalten und dafür sehr flexibel arbeiten. Wenn die Auftragslage entsprechend ist, müssten die Arbeitnehmer auch bis zur gesetzlichen Höchstgrenze von 48 Stunden die Woche arbeiten. Das lehnt die IG Metall kategorisch ab. IG Metall-Chef Klaus Zwickel erklärte am Donnerstag, Voraussetzung für eine Einigung sei, "dass VW sich schnellstens von der Vorstellung verabschiede, in dem neuen Werk zur 48-Stunden-Woche zurückkehren zu können".

Das Ziel von VW ist es, "in Wolfsburg einen Minivan vom Schlage eines Opel Zafira unter den Herstellungskosten Spaniens bauen zu können", wie der VW-Vorstandsvorsitzende Ferdinand Piëch sagt. Im Kern sieht das neuen Produktionskonzept vor, dass die Mitarbeiter ein fixes Volumen an Autos zu einer definierten Qualität herstellen sollen. Der Lohn für die Mitarbeiter bemisst sich dann nicht mehr nach der Arbeitszeit, sondern nach dem abgearbeiteten Programm; VW selbst spricht denn auch von "Programmentgelt". Auch damit hat die IG Metall Schwierigkeiten. "Das wäre die Rückkehr vom Arbeitsvertrag zum Werkvertrag, mit dem ein Großteil der unternehmerischen Risiken auf die Arbeitnehmer abgewälzt würden", sagt Zwickel.

VW stellt sich das so vor: "Die Verantwortung für Stückzahl und Qualität der zu bauenden Fahrzeuge" wird an die Mitarbeiter übertragen. VW trägt dabei das Auslastungsrisiko der neuen Produktion, organisiert die Qualifizierung und "gibt zunächst für drei Jahre eine Arbeitsplatzsicherheit für zusätzlich 5000 Beschäftigte". Der IG Metall reicht das nicht. "Wir wollen den beschäftigungspolitischen Nutzen des Projekts maximieren und deutlich mehr als die von VW bisher geplanten 5000 neuen Arbeitsplätze schaffen", sagt Zwickel. Knackpunkt der Vereinbarung bleibt jedoch insbesondere die Arbeitszeit. VW will eine Wochenstundenzahl von null bis 48 - je nachdem, wie die Kunden Autos bestellen. Die IG Metall beharrt auf der im jahrezehntelangen Bemühen erreichten 35-Stunden-Woche respektive festen Arbeitszeiten.

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