Wirtschaft : VW-Konzern wächst bei Umsatz und Gewinn zweistellig

Im ersten Halbjahr deutlich mehr Autos im Ausland verkauft / Nachfrage im Inland rückläufig / Marktanteile verloren

WOLFSBURG (dpa).Der Wolfsburger Volkswagen-Konzern hat im ersten Halbjahr 1997 bei Umsatz und Gewinn weiter Vollgas gegeben.Binnen Jahresfrist stieg der Gewinn nach Steuern im Konzern um 73 Prozent von 282 Mill.auf 488 Mill.DM, teilte VW am Montag in Wolfsburg mit.Der Umsatz des größten europäischen Autoherstellers kletterte im Konzern um zwölf Prozent von 50,5 Mrd.auf 56,5 Mrd.DM.Getragen wurde die wirtschaftliche Entwicklung vor allem vom Export, während die Inlandsnachfrage leicht zurückging. Für das gesamte Jahr 1997 geht das Unternehmen von einer "positiven Geschäftsentwicklung" und gegenüber dem Vorjahr weiter verbesserten Ergebnissen aus.1996 hatte der Konzern mit seinen Marken VW, Audi, Seat und Skoda 100 Mrd.DM umgesetzt und einen Gewinn nach Steuern von 678 Milli.DM erzielt.Trotz der positiven Entwicklung müßten die "Anstrengungen zur Ertragskraft weiter verstärkt" werden, um wettbewerbsfähig zu bleiben. Der VW-Konzern lieferte im ersten Halbjahr knapp 2,2 Mill.Autos aus, 9,9 Prozent mehr als von Januar bis Juni 1996.Während im Ausland mit knapp 1,7 Mill.Fahrzeugen 13,9 Prozent mehr ausgeliefert wurden, waren es in Deutschland mit 508 703 Autos 1,5 Prozent weniger.Dabei büßte VW bei einem Marktanteil von 27,1 Prozent im Inland 0,2 Prozentpunkte ein, bleibt aber weiter klar die Nummer 1.In Deutschland lassen die "deutlich gestiegenen Auftragseingänge im weiteren Jahresverlauf eine Verbesserung erwarten".Im wichtigen Auslandsmarkt USA steigerte VW seinen Absatz um 5,2 Prozent auf 69 299 Fahrzeuge, Audi sogar um 34 Prozent auf 17 019 Autos.Allerdings kam es im zweiten Quartal "in den USA zu einer leichten Dämpfung der Wirtschaftstätigkeit".Dagegen gab es in Kanada und Mexiko zweistellige Zuwächse, so daß die Region Nordamerika mit knapp 130 000 verkauften Fahrzeugen um 14,6 Prozent besser abschnitt als im Vorjahr.In China "blieb die Konsumnachfrage, im Gegensatz zu den Exporten und Investitionen, eher verhalten".Dennoch lieferte der Konzern in den ersten sechs Monaten gut 143 000 (plus 25,2 Prozent) VW- und Audi-Modelle in China aus. Wie schon im Vorjahr kletterte die Konzern-Produktion im Ausland stärker als im Inland: Während im Ausland mit 1 374 705 Einheiten 13,4 Prozent mehr produziert wurden, stieg die Produktion im Inland lediglich um 0,7 Prozent auf 832 703 Autos.Unter den einzelnen Marken erzielte Skoda mit einem Plus von 27,3 Prozent auf knapp 162 000 Fahrzeuge den höchsten prozentualen Anstieg, gefolgt von Audi (276 000 Autos/plus 12,6 Prozent), Seat (198 600/plus 10,3 Prozent) und VW (1 557 000/plus 7,9 Prozent).Der Konzern beschäftigte weltweit 270 211 Mitarbeiter, 3,6 Prozent mehr als im Vorjahreszeitraum.In Deutschland waren es 141 929 oder drei Prozent mehr als im ersten Halbjahr 1996. In der AG erzielte Volkswagen einen Umsatz von knapp 27,1 Mrd.DM (plus 4,8 Prozent), das Ergebnis nach Steuern verbesserte sich um 19,9 Prozent auf 276 Mill.DM.An der Frankfurter Börse notierte die VW-Aktie am Montag mit 1285 DM um sieben DM schwächer als am Freitag.

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