Wirtschaft : VW macht 50 Euro Verlust pro Fahrzeug

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Berlin Mit jedem Volkswagen – inklusive Nutzfahrzeuge – hat VW im ersten Halbjahr einen Verlust von 50 Euro eingefahren; in der Summe macht das einen operativen Verlust von 101 Millionen Euro. Das hat der Gelsenkirchener Autoexperte Ferdinand Dudenhöffer ermittelt. „VW ist derzeit gegenüber anderen Volumenherstellern wie Peugeot, Renault oder Toyota ins Hintertreffen geraten“, schreibt Dudenhöffer in einer Analyse. Der Konzern und die IG Metall setzen am Dienstag ihre Verhandlungen um einen neuen Haustarif für die rund 103000 westdeutschen Beschäftigten fort. Mit einem Ergebnis wird noch nicht gerechnet. Der VW-Vorstand möchte die Arbeitskosten bis 2011 um 30 Prozent reduzieren. Die IG Metall fordert vier Prozent mehr Geld.

Die Kosten in Deutschland gehören Dudenhöffer zufolge zu den Ursachen der Wettbewerbsschwäche. Nach seinen Angaben kostet eine Arbeitsstunde hier zu Lande 33 Euro, in Frankreich aber nur 23 Euro. „Würden also die 103800 Beschäftigten der Volkswagen AG mit französischen Löhnen bezahlt, ergäbe sich nach unseren Berechnungen eine Kosteneinsparung von 1,5 Milliarden Euro.“ Weil der Absatz in den vergangenen Jahren in Westeuropa (minus 13 Prozent) und in den USA (minus 27 Prozent) gesunken sei, habe VW heute eine Überkapazität von 300000 Fahrzeugen. Um den Marktanteil einigermaßen halten zu können, müsse VW mit Rabatten den Absatz stützen. Dudenhöffer zufolge betragen die Vertriebskosten in diesem Jahr 8,75 Milliarden Euro, was vor allem mit Sonderaktionen beim Golf zusammenhänge. alf

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