Wirtschaft : VW-Modell 5000 mal 5000 ist komplett

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Berlin (alf). VW baut in Hannover den neuen Microbus und wird dazu 1500 Arbeitsplätze schaffen. Der VW-Vorstandsvorsitzende Bernd Pischetsrieder sagte am Dienstag im VW-Werk Stöcken bei Hannover, die Konzernspitze sei zu dem Ergebnis gekommen, „dass im Werk Hannover auf Basis des Projekts 5000mal5000 sowie einer grundlegenden Restrukturierung des Fertigungsstandortes die Voraussetzungen gut sind“.

Das Modell 5000mal5000 (siehe Lexikon Seite 18) sieht vor, dass VW 5000 Mitarbeiter für einen Einheitslohn von 5000 Mark (2556 Euro) einstellt. Im vergangenen Jahr hatte sich VW mit dem Betriebsrat und der IG Metall über ie Produktion eines neuen Minivan geeinigt; dazu werden im Wolfsburger Stammwerk 3500 Personen für monatlich 5000 Mark eingestellt. Ende dieses Jahres soll der Minivan vorgestellt werden.

Der Microbus wird voraussichtlich erst in drei Jahren auf den Markt kommen. Nach den Worten Pischetsrieder zielt VW damit auf ein neues Segment: „eine Großraumlimousine, die besonderes Design und hohe Funktionalität mit Limousinenkomfort kombiniert“. Der Microbus war als Studie bei diversen Automessen vorgestellt worden und hatte zum Teil begeisterte Reaktionen ausgelöst. Das lässt VW-Chef Pischetsrieder hoffen, „dass auch der Microbus mit seinem Design spontan begeistert und an den Erfolg des Ur-Busses anschließen wird“. Vor rund 50 Jahren war in Hannover der erste VW-Bus, im Volksmund auch Bulli genannt, vom Band gefahren.

Pischetsrieder zufolge haben die Marktstudien ein Potenzial von 80000 Einheiten ergeben, die jedes Jahr verkauft werden könnten. Rund zwei Drittel davon sollten in den USA abgesetzt werden. Bei der Prüfung verschiedener Konzernstandorte habe die Wirtschaftlichkeit den Ausschlag für Hannover gegeben, und zwar auch deshalb, weil in dem neuen Auto Teile verwendet werden, die bereits in Hannover produziert werden. Den bisherigen Plänen zufolge wird der neue Bus knapp 32000 Euro kosten.

Der IG-Metall-Vorsitzende und stellvertretende VW-Aufsichtsratschef Klaus Zwickel bewertete die Konzernentscheidung als „Signal zum Aufbau neuer Arbeitsplätze“. Deutschland könne im internationalen Standortwettbewerb gut mithalten. Gleichzeitig sei „das Gerede widerlegt, zu den geltenden Arbeits- und Einkommensbedingungen sei die Produktion von Autos in Deutschland nicht mehr möglich“, sagte der IG-Metall-Chef in Frankfurt. Zwickel lobte das Arbeitsmodell 5000 mal 5000, gegen das sich die IG Metall im vergangenen Jahr lange gesträubt hatte. „Neue Formen industrieller Produktionen und tarifvertraglich geregelter Mindeststandards sind kein Gegensatz.“

Deutsche bauen weniger Autos

Unterdessen teilte der Verband der Automobilindustrie (VDA) mit, dass in den ersten fünf Monaten mit 2,1 Millionen Fahrzeugen elf Prozent weniger produziert wurden als im Vorjahreszeitraum. Im Mai sank die Produktion sogar um 16 Prozent. Für den Export meldete der VDA für die ersten fünf Monate einen Rückgang um neun Prozent. Allerdings ging es im Mai saisonbereinigt nur noch um fünf Prozent abwärts. Auch bei den Inlandsbestellungen zeichnete sich zuletzt eine Stabilisierung ab. Bei den Nutzfahrzeugen zeichnet sich noch keine Besserung ab. In den ersten fünf Monaten sanken die Aufträge für Transporter und Lastwagen im Inland um 15 Prozent. Der Export ging im gleichen Zeitraum um fünf Prozent zurück.

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