Wirtschaft : VW: Neue Verhandlungen über Arbeitszeitmodell im August

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Die Verhandlungen über das Arbeitszeitmodell "5000 mal 5000" bei VW werden voraussichtlich erst im August fortgesetzt. Wie ein VW-Sprecher am Mittwoch auf Anfrage sagte, beschäftigt sich derzeit eine Arbeitsgruppe aus Unternehmens- und Betriebsratsvertretern mit Aspekten der Qualifizierung; Ende August sollen Ergebnisse vorliegen. Für die Tarifverhandlungen mit der IG Metall sei noch kein Termin vereinbart. Die IG Metall teilte am Mittwoch mit, Gewerkschaft und VW-Betriebsrat seien entschlossen, "die zusätzlichen Arbeitsplätze bei VW zu akzeptablen tariflichen Bedingungen zu erreichen". IG Metall-Chef Klaus Zwickel sowie der VW-Gesamtbetriebsratsvorsitzende Klaus Volkert betonten in einer gemeinsamen Erklärung ihre Einmütigkeit: "Wir lassen keinen Keil zwischen uns treiben." Nach dem vorläufigen Scheitern der Verhandlungen vor zehn Tagen waren Unstimmigkeiten zwischen der Frankfurter IG Metall-Führung und den Wolfsburger Betriebsräten deutlich geworden. Mit dem Modell "5000 mal 5000" will VW 5000 Personen zu einem Monatslohn von jeweils 5000 Mark einstellen. Vor allem im Streit um die Arbeitszeit - VW wollte zuletzt 35 Wochenstunden zuzüglich 7,5 Stunden für Qualifizierung - waren die Verhandlungen geplatzt.

Wie ein VW-Sprecher auf Anfrage sagte, gibt es nunmehr zwei Verhandlungsebenen: Unternehmen und Betriebsrat verständigen sich derzeit um die Inhalte der Qualifizierungsmaßnahmen für die neuen Mitarbeiter. Diese Personen sollen von der VW-Coaching GmbH Anfang kommenden Jahres eingestellt und für die Produktion des neuen VW-Minivans ausgebildet werden. Nach der Qualifizierung übernimmt dann nach den Vorstellungen von VW eine Produktionsgesellschaft nach dem Modell "5000 mal 5000" die Mitarbeiter. Und darüber muss sich der Konzern mit der IG Metall verständigen. Das umstrittene Modell beschäftigte am Mittwoch auch den Bundestag. Während die Regierungsparteien Verständis für die ablehnende Haltung der IG Metall äußerten, attackierte die Opposition die Gewerkschaft und forderte teilweise die Abkehr vom Flächentarifvertrag. Der Staatssekretär im Arbeitsministerium, Gert Andres, wies Angriffe auf die Regierung mit dem Hinweis zurück, der Bundeskanzler habe sich für die Fortsetzung der Verhandlungen eingesetzt.

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