Wirtschaft : VW-Optionsplan gerichtlich gestoppt

Zunächst ist kein Aktienplan für Mitarbeiter möglich BRAUNSCHWEIG (dpa/HB).Die Volkswagen AG hat mit ihrer geplanten Ausgabe von Aktienoptionen an alle Mitarbeiter vor dem Landgericht Braunschweig eine Schlappe erlitten.Die 2.Kammer für Handelssachen gab am Mittwoch einer Klage des Würzburger Wirtschaftsprofessors Ekkehard Wenger statt (AZ: 22 O 234/97).Sie erklärte die Pläne für unwirksam.Zuvor hatten Gerichte in Stuttgart und Frankfurt ähnliche Modelle der Gewinnbeteiligung von Mitarbeitern zugelassen, die sich auf das Top-Management beschränkten.Wenger hatte grundsätzlich gegen die Wandelschuldverschreibungen für VW-Mitarbeiter geklagt.Nach seiner Ansicht verschafft der Aktienoptionsplan vor allem Vorstand und Top-Management der Volkswagen AG unverdiente Vorteile, weil Vorstandsmitglieder und Topmanager des Konzerns je 1000 Optionen, Manager je 100, die übrigen VW-Mitarbeiter im Inland aber nur je zehn der Papiere erwerben könnten.Dem Landgericht Braunschweig zufolge darf VW zwar an Mitarbeiter aller Ebenen Wandelschuldverschreibungen ausgeben.Das Unternehmen müsse aber seine Aktionäre ausreichend über den Sinn des Vorhabens und seine Vorteile informieren.Dies sei unterblieben.VW kann nun Berufung einlegen oder den Aktionären auf der nächsten Hauptversammlung ein verändertes Modell und mehr Informationen vorlegen.Das Gericht wies VW auch darauf hin, daß ein solcher Ausschluß von Altaktionären an Bezugsrechten nur dann zulässig ist, wenn dies eindeutig dem Unternehmen dient.Die Mitarbeiter würden nicht allein durch das Ziel des Planes entschädigt, "eine verstärkte Orientierung am langfristigen Unternehmenserfolg zu honorieren".VW wollte durch den Aktienoptionsplan seine Beschäftigten vom wirtschaftlichen Erfolg des Unternehmens profitieren lassen.Zusammen mit langfristig angelegten Konten für den Ausgleich von Mehrarbeit war das Modell auch geschaffen worden, um ein finanzielles Polster für einen gleitenden Ausstieg aus dem Berufsleben zu bilden.So hatte VW zur Beschäftigungssicherung beitragen wollen.Die Hauptversammlung hatte deshalb im Juni 1997 eine bedingte Kapitalerhöhung um 135 Mill.DM und die Ausgabe von Wandelschuldverschreibungen im Nennwert von 13,5 Mill.DM gebilligt.

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