Wirtschaft : VW prüft Bau eines Werks in Thailand Produktion sparsamer Autos wird gefördert

Wolfsburg/Frankfurt am Main - Im Zuge seines Expansionskurses erwägt Volkswagen den Bau eines neuen Werkes in Thailand. „Wir wollen uns in Südostasien verstärken“, sagte ein VW-Sprecher am Freitag in Wolfsburg. Volkswagen habe Interesse an einem Förderprogramm der thailändischen Regierung angemeldet. Dieses sieht steuerliche Vorteile vor, sofern in einem Werk mindestens 100 000 Fahrzeuge pro Jahr produziert werden und das gefertigte Auto weniger als fünf Liter Benzin pro hundert Kilometer verbraucht.

Die Investitionssumme läge bei umgerechnet rund 600 Millionen Euro. Eine Entscheidung sei noch nicht gefallen, sagte der VW-Sprecher. Nach einem Bericht des Magazins „Auto Motor Sport“ bewerben sich neben VW auch Tata, Toyota und Mitsubishi mit ähnlichen Vorhaben um die thailändischen Subventionen.

Im vergangenen November hatte VW Verhandlungen über eine Kooperation mit dem malaysischen Autobauer Proton für beendet erklärt. VW hatte angekündigt, verstärkt andere Möglichkeiten eines Engagements in Südostasien zu prüfen. Ziel sei es nach wie vor, in der Region eine langfristig erfolgreiche Produktions- und Vertriebsbasis aufzubauen. Die Asien-Region gilt als Wachstumsmarkt für die Autoindustrie. Bislang ist der VW-Konzern in der Region kaum vertreten.

Der VW-Konzern will bis 2018 mehr als zehn Millionen Autos im Jahr bauen und damit langfristig Toyota als weltgrößten Autobauer ablösen. In Russland hat Volkswagen bereits ein neues Werk eröffnet, in Indien ist eine neue Fabrik geplant. In den kommenden Monaten soll zudem eine Entscheidung über den Bau eines Werks in den USA fallen. Dort hatte der Volkswagen-Konzern mit der Kernmarke VW 2007 knapp zwei Prozent weniger Autos verkauft.

Insgesamt schlagen sich die deutschen Hersteller auf dem US-Markt recht gut, während sie auf dem Heimatmarkt heftige Einbrüche verzeichnen mussten. BMW, Mercedes-Benz, VW und Co. verkauften mit 948 000 Autos und Kleintransportern 2007 drei Prozent mehr Wagen als im Vorjahr, wie der Verband der Automobilindustrie (VDA) am Freitag mitteilte. Insgesamt schrumpfte der Autoabsatz in den USA angesichts der steigenden Spritpreise und der Auswirkungen der Immobilienkrise um knapp drei Prozent auf 16,1 Millionen Fahrzeuge. dpa/AFP

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