Wirtschaft : VW schwächelt in Amerika

Wende im wichtigen Markt bleibt aus / Daimler holt beim Kampf der Premiumhersteller auf.

Detroit/Berlin - „Rekordabsatz“, „Rekordergebnisse“, „beste Verkäufe aller Zeiten“: Die US-Chefs der deutschen Autobauer verlieren sich in Superlativen, wenn sie über 2013 reden. „Es war ein tolles Jahr“, schwärmte Mercedes-Landeschef Steve Cannon. Kein Wunder: Die Wirtschaft ist angesprungen. Die Neuvorstellungen auf der am kommenden Montag startenden Automesse in Detroit zeugen von der Aufbruchstimmung.

Einer kann beim Jubeln aber nicht mitmachen: Der VW-Konzern schaffte in den USA nur dank Porsche ein Mini-Plus. Zusammen mit der im Sommer 2012 übernommenen Sportwagenschmiede lieferten die Wolfsburger im vergangenen Jahr 611 743 Fahrzeuge aus, ermittelte der Marktforscher Autodata. Ohne Porsche hätte es ein Minus von zwei Prozent gegeben. VW verlor damit Marktanteile, die die Wolfsburger erst in den vergangenen Jahren mühsam hinzugewonnen hatten. Der gesamte US-Markt wuchs Autodata zufolge im vergangenen Jahr um acht Prozent. Ein Sprecher wollte die Zahlen nicht kommentieren.

Schafft VW in dem wichtigen USMarkt nicht die Wende, dürfte es mit der angepeilten Weltmarktführerschaft ab 2018 schwierig werden. Ein Grund für die Probleme: Den Wolfsburgern fehlt bei ihrer Kernmarke ein frisches Modell. Der US-Passat ist drei Jahre alt, das zweite wichtige Modell Jetta sogar vier Jahre.

Der Boom in China hält VW indes auf Kurs. Dank zweistelliger Zuwächse in der Volksrepublik lieferte Europas größter Autobauer rund um den Globus 5,93 Millionen Fahrzeuge der Hauptmarke VW aus – plus 3,4 Prozent zum Vorjahr und so viel wie nie zuvor, wie die Wolfsburger mitteilten. Allein in China wuchs der Absatz um fast 17 Prozent.

Derweil macht Daimler beim Kampf um die Krone der Premiumhersteller Boden gut. Für 2013 müssen sich die Stuttgarter aber mit dem dritten Platz begnügen. Mit 1,46 Millionen Fahrzeugen seien 2013 so viele Mercedes-Pkw ausgeliefert worden wie nie zuvor, teilte der Konzern mit. Das sind über zehn Prozent mehr als im Vorjahr. Damit haben die Schwaben den knappen Abstand zu Audi verringert, er liegt nur noch bei 20 000 Autos. Der Platzhirsch BMW hielt die Rivalen aber auf Abstand. Die Münchener geben ihre Zahlen zwar erst Montag bekannt, lagen aber schon im November mit 1,78 Millionen Pkw an der Spitze. „Unsere Wachstumsstrategie geht auf“, sagte Daimler-Vorstandschef Dieter Zetsche. Entscheidend für den Kampf um den ersten Platz ist China. Dort holt Daimler langsam auf, nachdem die Stuttgarter in den vergangenen Jahren ins Hintertreffen geraten waren. rtr/brö

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