VW-Übernahme : Porsche gibt Hoffnung auf Staatskredit auf

Porsche bessert seinen Kreditantrag bei der staatlichen KfW wird nicht nach. Unternehmenschef Wiedeking begibt sich stattdessen auf die Suche nach Alternativen - und setzt dabei auf Hilfe des Porsche-Stammlands.

284825_0_e095e651.jpg Foto: ddp
Günther Oettinger hat bislang wenig für Porsche erreicht. -Foto: ddp

BerlinPorsche hat nun doch die Bemühungen um einen Kredit der bundeseigenen KfW aufgegeben. Die Bank habe zwar in ihrem ablehnenden Bescheid auf die Möglichkeit eines neuen Antrags hingewiesen. „Porsche wird von diesem Angebot jedoch keinen Gebrauch machen, um seine Glaubwürdigkeit sicherzustellen“, hieß es am Dienstag in einer Mitteilung der Stuttgarter. Mit dem Hinweis auf die Glaubwürdigkeit will das Porsche-Management zum Ausdruck bringen, dass es keine Chance mehr sieht für die erhofften 1,75 Milliarden Euro. Obwohl es für den Kredit Sicherheiten gibt und das Geld auch marktüblich verzinst worden wäre, gab es für den Antrag zu großen Widerstand in der Politik. Zum einen, weil Porsche-Chef Wendelin Wiedeking sich früher gerne damit brüstete, keine Staatshilfen zu bekommen („Luxus und Subventionen passen nicht zusammen“).

Zum anderen, weil im Machtkampf zwischen Volkswagen und Porsche unter anderem der niedersächsische Ministerpräsident Christian Wulff (CDU), der auch im VW-Aufsichtsrat sitzt, gegen einen Kredit Stimmung gemacht hatte. Baden-Württembergs Ministerpräsident Günther Oettinger (CDU) lief dagegen mit seiner Fürsprache ins Leere.

 Nachdem es also definitiv kein Geld von der KfW gibt, wollen Wiedeking und sein Finanzvorstand Holger Härter nun „Gespräche über alternative Finanzierungsmöglichkeiten aufnehmen“. Womöglich kommt damit auch wieder Oettinger respektive die Landesbank Baden-Württemberg ins Spiel. In jedem Fall müssen die Porsche-Chefs mit Banken verhandeln, denn der KfW-Kredit sollte ein Bestandteil des Kreditpakets werden, das Porsche mit 16 Banken geschnürt hat und für das Volkswagen-Aktien als Sicherheit dienen. Porsche hält 51 Prozent an VW und Optionen für weitere knapp 24 Prozent.

Mit der Übernahme haben sich Wiedeking und Härter verhoben, Porsche hat neun Milliarden Euro Schulden und verhandelt seit Wochen mit Katar über einen Einstieg, der rund zwei Milliarden Euro bringen soll. Eine andere Variante ist, dass die Katarer auch die Optionen oder einen Teil davon übernehmen. (alf)

0 Kommentare

Neuester Kommentar