Wirtschaft : VW wehrt sich gegen EU-Bußgeld

Im Konflikt um Re-Importe LUXEMBURG (rtr).VW wehrt sich gegen die von der EU-Kommission wegen der Benachteiligung deutscher und österreichischer Kunden beim Autokauf in Italien verhängte Geldstrafe von rund 202 Mill.DM.Volkswagen habe beim Europäischen Gerichtshof in Luxemburg gegen das Bußgeld geklagt, sagte eine Sprecherin des Gerichts am Dienstag.VW beantrage, "die Entscheidung der Kommission für nichtig zu erklären".Die EU-Kommission hatte die Strafe - die höchste, die sie je einer Firma auferlegte - am 28.Januar verhängt.Ein Sprecher sagte, die EU sehe der Klage gelassen entgegen. VW habe seine Händler in Italien systematisch davon abgehalten, Autos an Kunden aus Deutschland und Österreich zu verkaufen, hatte die Kommission ihre Entscheidung im Januar begründet.Grund für diese Strategie der Marktabschottung seien Preisunterschiede zwischen den EU-Staaten: In Italien sei das gleiche VW- Modell um bis zu 30 Prozent billiger als nördlich der Alpen.VW habe verhindern wollen, daß die Kunden von diesen Preisvorteilen profitierten.Dieses Verhalten stelle aber den europäischen Binnenmarkt in Frage. Die VW-Klage gegen die Entscheidung der Kommission werde nun zunächst vom Gericht geprüft, sagte die EUGH-Sprecherin in Luxemburg weiter.Vor Abschluß der Prüfung könne sie keine weiteren Angaben zu der Klageschrift machen.Auf die Frage, ob VW mit einer raschen Entscheidung rechnen könne, sagte sie, die durchschnittliche Dauer eines Verfahrens in erster Instanz vor dem Gericht belaufe sich auf 28 Monate.Ein Sprecher von EU-Wettbewerbskommissar Karel Van Miert sagte, die Klage von VW sei ein "normaler Schritt".VW habe das Recht dazu.Die Kommission halte die Buße jedoch weiterhin für begründet."Wenn wir nicht sicher gewesen wären, daß unsere Entscheidung Hand und Fuß hat, hätten wir sie nicht getroffen." Van Miert hatte erklärt, die EU habe bei Durchsuchungen zahlreiche Beweise für die Verstöße gefunden.So habe VW in 50 Fällen Händlern mit der Kündigung ihres Vertrags gedroht, falls sie Autos an ausländische Kunden verkauften.

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