Wirtschaft : VW will die Arbeitszeiten verlängern

-

Hamburg/Wolfsburg - Angesichts der schwachen Ertragslage bei der Kernmarke VW will der Wolfsburger Konzern nach Medienberichten die Arbeitszeiten verlängern. VW-Vorstandschef Bernd Pischetsrieder und Marken-Chef Wolfgang Bernhard wollten mit dem Betriebsrat bei der Marke Volkswagen über die Rückkehr zur Fünf-Tage-Woche mit 35 Stunden verhandeln. Die Mitarbeiter sollen zum gleichen Lohn länger arbeiten, berichten die Nachrichtenmagazine „Der Spiegel“, „Focus“ und die „Bild“-Zeitung (Samstag). In einigen Bereichen wie der Entwicklung sollte wieder 40 Stunden gearbeitet werden.

Derzeit gilt in den westdeutschen VW- Produktionsstätten der Volkswagen AG eine Vier-Tage-Woche mit Regelarbeitszeiten von 28,8 Stunden pro Woche. Ein VW-Konzernsprecher lehnte eine Stellungnahme ab. Für diese Verhandlungen gebe es bisher keine Festlegungen oder Ziele in irgendeiner Richtung. VW-Gesamtbetriebsratschef Bernd Osterloh verwies auf nötige Gespräche in den kommenden Tagen: „Das Unternehmen muss uns erst mal vorstellen, was es bisher analysiert hat. Danach müssen wir sehen, ob diese Schlüsse des Unternehmens letztlich vom Betriebsrat mitgetragen werden.“

Laut „Focus“ will Pischetsrieder künftig alle Beschäftigten unter den Bedingungen der Konzerntochter Auto 5000 arbeiten lassen. Diese arbeiteten unter schlechteren Bedingungen bis zu 42 Stunden pro Woche an den Bändern. Mit knapp 2600 Euro verdienten sie genauso viel wie ihre nach dem Haustarif bezahlten Kollegen, die lediglich 28,8 Stunden pro Woche arbeiten müssten. Wenn sich Pischetsrieder und Bernhard bei den Verhandlungen mit den Gewerkschaften durchsetzten, müssten die Beschäftigten mit rund 20 Prozent weniger Stundenlohn rechnen. Sollten Betriebsrat und IG Metall die kostenlose Mehrarbeit ablehnen, würde der Konzern notfalls aus dem 2004 geschlossenen Tarifvertrag aussteigen und mit betriebsbedingten Kündigungen drohen, berichtet der „Focus“. Europas größter Autokonzern hatte am Freitag einen scharfen Sparkurs angekündigt, von dem in den nächsten drei Jahren bis zu 20 000 Beschäftigte der Marke Volkswagen Pkw betroffen sein könnten. dpa

0 Kommentare

Neuester Kommentar
      Kommentar schreiben