Wachstumsmarkt : Windenergie boomt weltweit

Windräder sollen bis zum Jahr 2017 weltweit ihre Leistung um ein Fünffaches erhöhen. Deutschland gilt dabei weiter als wichtiger Markt - doch andere Märkte folgen, etwa in China, USA und Indien.

BerlinDie Hersteller von Windkraftanlagen rechnen mit einem rasanten Wachstum über die kommenden zehn Jahre. Die Branche erwartet, dass die jährlich weltweit neu installierte Leistung von Windrädern bis 2017 um mehr als das Fünffache steigt – von derzeit 20.000 Megawatt im Jahr auf dann 107.000 Megawatt. Das entspräche einem Umsatz von mehr als 100 Milliarden Euro. Das geht aus einer Studie des Deutschen Windenergie-Instituts (Dewi) hervor, die in Berlin vorgestellt wurde. Auftraggeber war die Messe „Husum WindEnergy“, die ab 9. September 700 Aussteller aus 35 Ländern in Nordfriesland versammeln will.

Die Befragung der Unternehmen ergab zudem, dass Deutschland weiter als wichtiger Markt gilt. Deutsche Hersteller machen derzeit ein Drittel des Weltmarkts aus und beschäftigen 80.000 Arbeitnehmer. Aber während das Volumen der jährlich neu installierten Leistung von Windrädern hier relativ wenig zunehmen oder – wie 2008 – gar stagnieren dürfte, nehmen die Märkte in anderen Ländern an Bedeutung zu: Die größten Wachstumschancen sieht die Branche in China, das seinen Windkraftmarkt von Jahr zu Jahr verdoppelt. Auch die USA und Indien holen auf dem Sektor schnell auf.

Die Industrie knüpft das Eintreten der positiven Prognosen jedoch an Bedingungen. „Deutsche Unternehmen müssen ihre Fertigungskapazitäten massiv ausbauen“, sagte Thorsten Herdan, Chef des Fachverbandes VDMA Power Systems. Zudem müsse die Branche mehr Ingenieure, Facharbeiter und Servicepersonal ausbilden. Hermann Albers, Präsident des Bundesverbandes Wind-Energie (BWE), warnte die Politik davor, die Förderung der Windenergie zurückzufahren. Auch dürfe die Bundesregierung das Klimapaket, das einen Anstieg des Anteils der erneuerbaren Energien bis zum Jahr 2020 auf bis zu 30 Prozent vorsieht, nicht weiter verschieben. „Daran hängt die Glaubwürdigkeit der Regierung“, sagte Albers. (kph)

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