Wirtschaft : Wacker Chemie GmbH: Hoffnung auf eine vorübergehende Ertragsdelle

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Die sich gerade vom Aventis-Konzern lösende Münchner Wacker Chemie GmbH will das Jahr 2001 mit einem leichten Umsatzzuwachs und einem geringen Ergebnisrückgang überstehen. Das Jahr sei mit Blick auf das Geschäftsfeld Halbleiter schwierig, sagte der neue Konzernsprecher Peter-Alexander Wacker zur Bilanzvorlage in München. Es gebe aber Anzeichen für eine Erholung der Chipmärkte gegen Ende 2001, so dass die bei den Münchnern dominierende Halbleitersparte dieses Jahr wohl nur eine "Delle" durchlaufen müsse. Anders als zu früheren Zeiten habe der Markt bei den von Wacker produzierten und als Chiprohstoff dienenden Siliciumscheiben keine massiven Überkapazitäten aufgebaut. Es gebe schon erste Ankündigungen für eine Erhöhung der Preise.

Über die mögliche Höhe des erwarteten Gewinnrückgangs machte Wacker keine Angaben. Der für 2001 angekündigte, aber ebenfalls nicht bezifferte Umsatzzuwachs dürfte zumindest vorwiegend aus der Konsolidierung eines japanischen Gemeinschaftsunternehmens resultieren. Das Vorjahr hatte für den nun wieder zum reinen Familienunternehmen werdenden Mittelständler neue Rekorde gebracht. Der Konzernumsatz wuchs um fast ein Viertel auf sechs Milliarden Mark und das Ergebnis vor Steuern und Zinsen um über zwei Drittel auf knapp 760 Millionen Mark. Einmaleffekte vierfachten den Jahresüberschuss auf eine halbe Milliarde Mark. Getragen war dieser Aufschwung fast ausschließlich vom boomenden Geschäft mit Siliciumscheiben, aus denen Chips gewonnen werden. Der darauf entfallende Umsatz wuchs um über die Hälfte auf 2,4 Milliarden Mark und steuerte mit über 420 Millionen Mark dem Löwenanteil zum Vorsteuergewinn bei. Dieses Ergebnis sei 2001 nicht wiederholbar, räumte Wacker ein, der im Zuge der Mehrheitsübernahme der Wacker Chemie durch seine Familie das Amt des Sprechers der Geschäftsführung übernommen hat. Die Familie Wacker, die den Chemiekonzern lange Jahre paritätisch mit der in Aventis aufgegangenen Hoechst geführt hatte, werde das Chemieunternehmen wieder in mehreren Schritten voll selbst übernehmen.

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