Wirtschaft : Wälder im Osten kaum gefragt

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Berlin Die Privatisierung ehemals volkseigener land- und forstwirtschaftlicher Flächen in Ostdeutschland ist im vergangenen Jahr langsamer vorangekommen als geplant. Die bundeseigene Bodenverwertungs- und -verwaltungs GmbH (BVVG) hat 2004 rund 102 000 Hektar Acker- und Grünland sowie Wald veräußert. Damit wurde das Jahresziel von 110 000 Hektar knapp verfehlt. Im Jahr 2003 hatte die BVVG noch 122 000 Hektar verkaufen können. Als Grund für die nicht erfüllten Erwartungen nannte BVVG-Chef Wolfgang Horstmann die Tatsache, dass viele Pächter ihre Kaufoptionen nicht einlösen. Statt dessen zögen sie Investitionen in die technische Ausstattung vor. Zudem habe die BVVG die meisten ihrer Großflächen bereits veräußert; die übrigen Kleinwaldflächen ließen sich jedoch nicht so gut verkaufen.

Dennoch sprach Horstmann von einem „überaus erfolgreichen Jahr“. Denn ihre finanziellen Ziele konnte die BVVG sogar übererfüllen: Durch den Flächenverkauf nahm die Gesellschaft 275 Millionen Euro ein – 13 Millionen mehr als geplant. Nach Angaben der BVVG lag dies daran, dass höhere Verkaufspreise erzielt werden konnten als angenommen. Im Durchschnitt verkaufte die BVVG landwirtschaftliche Flächen zu einem Marktpreis von 4142 Euro je Hektar, bei forstwirtschaftlichen Flächen lag der Preis bei rund 2000 Euro. Bei Verkäufen nach dem Entschädigungs- und Ausgleichsleistungsgesetz (EALG), vor allem an Langzeitpächter, lag der Kaufpreis hingegen deutlich darunter.

Insgesamt überwies die BVVG an den Bund einen Überschuss von 281 Millionen Euro – 25 Prozent mehr als geplant. Für 2005 rechnet die Gesellschaft allerdings nur noch mit einem Überschuss von 220 Millionen Euro. „Die Luft im operativen Geschäft wird dünner“, sagte der Geschäftsführer der BVVG, Wilhelm Müller. Seit der Wende hat die BVVG rund drei Millionen Hektar Flächen privatisiert. Nun verfügt sie noch über rund eine Million Hektar. awm

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