Wirtschaft : Waffenruhe zum Familienfest Audi feiert in Ingolstadt seinen 100. Geburtstag

Ingolstadt - „Wir feiern ein Familienfest“, stellte Audi-Chef Rupert Stadler klar. Anlass für die große Show mit viel – nicht nur familiärer – Prominenz war der hundertste Geburtstag der Marke mit den vier Ringen am Firmensitz in Ingolstadt. Audi sei eine typisch deutsche Erfolgsgeschichte und eines der Flaggschiffe der heimischen Wirtschaft, würdigte Bundeskanzlerin Angela Merkel das Unternehmen und outete sich als Audi-Fahrerin. Dem inneren Kreis der Feiernden war allerdings bewusst, dass sie Teil einer vor allem in diesen Tagen besonderen Familie sind. Audi stehe nicht nur für Fortschritt durch Technik, Design und Qualität, sondern auch für „eine gute Streitkultur“, sagte Stadler.

Denn unter den geladenen Gästen waren auch die Streithähne im aktuellen Ringen um die Macht bei Audi-Mutter Volkswagen und Porsche, von VW- Aufsichtsratschef Ferdinand Piëch über Porsche-Vorstandschef Wendelin Wiedeking bis zu Niedersachsens Ministerpräsident Christian Wulff. Die Kontrahenten verordneten sich Waffenruhe. Piëch schwieg eisern. Lediglich in einer Grußbotschaft von der Videoleinwand rühmte er Audi „auf Augenhöhe mit BMW und Mercedes“. Die Ingolstädter sind gegenüber der Konkurrenz mitten in der grassierenden Autokrise auf der Überholspur.

„Wir fahren nicht mehr so komfortabel im Windschatten, aber dafür haben wir freie Sicht nach vorn“, erklärte Stadler selbstbewusst. Er setzt auf Technologieführerschaft. Hybridautos haben für ihn zwar nur eine „Brückenfunktion“. Beim Elektroantrieb will er aber führend mit dabei sein. Die Leichtbautechnologie von Audi sei dafür eine entscheidende Basis. Auch ihre Modelloffensive wollen die Bayern fortsetzen. Bis 2015 werde das Produktportfolio ungeachtet der Branchenkrise von heute 33 auf 42 Modelle erweitert. Als sechste Neuheit des laufenden Jahres enthüllte Stadler zusammen mit der Kanzlerin einen A5 Sportback. Nächstes Jahr folgt das sparsame Modell A1, das als Showcar bei der Feier schon über die Bühne rollte. Audi solle für Luxus stehen, aber nicht für Protz, befand der Unternehmenschef. VW-Chef Martin Winterkorn versprach der Tochter dabei alle Freiheiten. tmh

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