WAHRHEIT UND LEGENDE  : Zucker und Peitsche

Coca-Cola macht dick und schlechte Zähne. Ach was, sagt Professor Helmut Rottka, Ernährungsmediziner aus Berlin. Klar enthält ein Liter Cola 106 Gramm Zucker, so viel wie 35 Würfel. Bis der Körper den Zucker in Fett umwandele, brauche er vier mal so viel, sagt Rottka. Orangensaft sei genau so schädlich für die Figur, schlimmer noch sei fettiges Essen. Auch die Zähne würden von Cola nicht stärker belastet als von einem Brot. Cola enthält auch kein Kokain mehr, das war nur in der Anfangsphase so. Aufputschen kann sie trotzdem, denn sie enthält Koffein, wenn auch nicht halb so viel wie Kaffee. Trotzdem rät Rottka seinen Enkelkindern dringend von der Brause ab. Die Geschichte mit dem Stück Fleisch, das sich in der Cola auflöst, die stimme nämlich, sagt er. Das komme von der Phosphorsäure, die auch in Milch und Käse steckt, und die zwar nicht den Magen auflöst, aber dafür Calcium aus den Knochen zieht, wenn der Mensch nicht genügend davon zu sich nimmt.

Viel schlimmere Vorwürfe erhebt die Gewerkschaft Verdi gegen Coca-Cola. Der Bundeskongress hat 2007 beschlossen, bei Veranstaltungen keine Produkte des Konzerns Coca-Cola mehr auszuschenken. Der Grund sind Vorgänge bei dem kolumbianischen Abfüllbetrieb Panamco, an dem Coca-Cola Anteile hält. Die kolumbianische Gewerkschaft Sinaltrainal habe seit 1990 mehr als 120 Übergriffe gegen gewerkschaftlich organisierte Mitarbeiter gezählt, von Drohanrufen bis hin zu Ermordungen, sagt Verdi. Eine Klage gegen den Coca-Cola-Konzern wurde von einem Gericht in Florida aber als unbegründet abgewiesen. mirs/sip

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