Wirtschaft : Waigel für Duisenberg als Zentralbank-Chef

Niederländer der beste Kandidat für Euro-Notenbank / Relativierung der Maastricht-Kriterien

MÜNCHEN (dpa).Bundesfinanzminister Theo Waigel hat sich für den niederländischen Zentralbank-Präsidenten Wim Duisenberg als künftigen Präsidenten der Europäischen Zentralbank ausgesprochen."Ich kenne nur einen Kandidaten: Duisenberg.Und ich kenne keinen Besseren", sagte Waigel am Freitag vor einer Sitzung von CSU-Außenpolitikern mit Duisenberg in München.Duisenberg selbst sagte, es gebe bei der Wahl zum Chef der Europäischen Zentralbank "keinen Automatismus, vielleicht eine Wahrscheinlichkeit". Der gegenwärtige niederländische Zentralbank-Präsident Duisenberg wird im Juli neuer Präsident des Europäischen Währungsinstitutes (EWI) in Frankfurt (Main), aus dem 1999 die Europäische Zentralbank hervorgehen soll.Waigel sagte, er habe Duisenberg in der Vergangenheit als "ungemein sachkundigen, klugen, weltläufigen und überlegenen Sachwalter der Stabilität in Europa kennengelernt".Es gebe keinen besseren Nachfolger für Alexandre Lamfalussy, der derzeit das EWI leitet, meinte Waigel, der als CSU-Vorsitzender das Treffen in München leitete.Duisenberg sagte, er gehe ohne Wenn und Aber davon aus, daß die Bundesrepbublik an dem 1999 geplanten Start der Währungsunion teilnehmen werde.Er weise zudem darauf hin, daß im Vertrag von Maastricht großes Gewicht auf die mittelfristige Entwicklung der Konvergenz-Kriterien gelegt werde."Es geht nicht nur um die Ist-Zahlen 1997, sondern auch um die vorhersehbare Entwicklung für 1998", sagte Duisenberg.Waigel betonte auf Nachfragen, dieser Passus sei "genau das Gegenteil einer Hintertür" für die Aufweichung der Euro-Kriterien.

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