Wirtschaft : Wal-Mart: Der US-Handelskonzern senkt die Preise

Der US-Handelskonzern Wal-Mart hat erneut mit einer groß angelegten Preissenkungsoffensive die deutsche Lebensmittelbranche aufgeschreckt. Wie das Unternehmen am Montag in Wuppertal mitteilte, senkt es ab sofort bei mehr als tausend Einzelartikeln dauerhaft die Preise. Im vergangenen Sommer hatte Wal-Mart mit einer ähnlichen Ankündigung den Wettbewerb im Lebensmittelhandel drastisch verschärft. Daraufhin hatte das Bundeskartellamt im September neben Wal-Mart auch den Ketten Aldi Nord und Lidl den Verkauf bestimmter Grundnahrungsmittel unter Einstandspreis verboten.

Robert Weitz vom Hauptverband des Deutschen Einzelhandels (HDE) sagte, der Wal-Mart-Vorstoß komme "zu einer Unzeit". Derzeit tendiere, nach den starken Preiskämpfen des vergangenen Jahres, der Preis eher nach oben als nach unten. Marcus Girnau vom Bundesverband des Deutschen Lebensmittelhandels in Bonn forderte die Unternehmen der Branche auf, "mit Augenmaß" auf den Vorstoß zu reagieren. In der jetzigen Situation sollte ein neuer Preiskampf vermieden werden. Die Renditen seien "schon jetzt im Keller". Hinzu kämen Einbußen durch gesunkenes Verbrauchervertrauen wegen der Krisen um BSE und die Maul- und Klauenseuche.

Experten zweifelten am Montag daran, dass Wal-Mart mit seinem Vorstoß einen ähnlich harten Preiskampf im Lebensmittelhandel auslösen könne wie im vergangenen Sommer. Die von dem US-Konzern verkündeten Preissenkungen bezögen sich mit Angeboten wie Heimtrainern und Staubsaugerbeuteln in weiten Teilen ohnehin nicht auf den umkämpften Lebensmittel-Bereich, urteilte ein Branchenkenner. Bei Lidl hieß es, man werde "kurzfristig entscheiden, wenn sich die Marktbedingungen ändern".

Wal-Mart ist in Deutschland mit 94 Märkten vertreten. Bislang hatte der weltgrößte Handelskonzern zwei Preisrunden im Januar und August 2000 unter dem Motto "Preise im Rückwärtsgang" gestartet.

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