• Wall sieht gute Chancen für DSM-Übernahme Großaktionär Decaux zieht Angebot für Deutsche Städte-Medien zurück

Wirtschaft : Wall sieht gute Chancen für DSM-Übernahme Großaktionär Decaux zieht Angebot für Deutsche Städte-Medien zurück

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(pet). Der Berliner Stadtmöbelbauer Wall rechnet sich bessere Chancen im seit Monaten andauernden Übernahmekampf um die Deutsche StädteMedien (DSM) aus. Nachdem der neue Wall-Großaktionär DC Decaux am Montag sein eigenes Angebot zurückgezogen hat und künftig Wall unterstützt, seien die Chancen für die Berliner „auf gar keinen Fall schlechter geworden“, sagte der Gründer und Vorstandsvorsitzende Hans Wall dieser Zeitung. Wall hat nach eigenen Angaben am Freitag ein Angebot für den größten deutschen Außenwerber DSM abgegeben, das von Decaux unterstützt wird. Zur Höhe des Angebots machte Wall keine Angaben.

Die DSM, an der 28 Städte und Kommunen beteiligt sind, soll bis Ende 2003 privatisiert werden. Das Angebot gilt als ausgesprochen attraktiv: Die DSM besitzt als Marktführer 100 000 Großflächen, Litfaßsäulen und City-Light-Poster in vielen großen Städten. Die Städte, die künftig nicht mehr als Gesellschafter, aber weiterhin als Verpächter der öffentlichen Flächen beteiligt sind, erhoffen sich durch den Verkauf einen deutlichen Umsatzsprung. An der zweiten Runde, die am Freitag zu Ende gegangen ist, waren noch zehn der ursprünglich über 40 Bieter beteiligt – neben den deutschen Ströer und Wall auch finanzkräftige internationale Unternehmen wie Clear Channel, Viacom und der weltgrößte Stadtmöblierer Decaux. Wer in die dritte Runde kommt, entscheidet sich in den kommenden zwei Wochen.

Decaux hat seine Bewerbung um die DSM am Montag zurückgezogen und will jetzt die Wall AG unterstützen. „Das ist eine Frage der strategischen Allokation von Kräften“, sagte ein Decaux-Sprecher. Erst am Freitag hatte Decaux seine Anteile an der Wall AG auf 35 Prozent aufgestockt. Die restlichen 65 Prozent hält weiterhin die Familie Wall. Unternehmenschef Wall sagte, er wolle sich mit der DSM zum größten deutschen Außenwerbungsunternehmen zusammenschließen. „Es gibt erhebliche Synergieeffekte.“ Alleine hätte er den Kauf nach Angaben aus Branchenkreisen nicht stemmen können.

Über die Höhe der Angebote machte DSM-Aufsichtsratschef Constantin Alsheimer keine Angaben. Branchenkreise gehen aber von einem Preis zwischen 200 und 400 Millionen Euro aus.

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