Wirtschaft : Wall Street beflügelt Aktienkurse weltweit

NEW YORK/FRANKFURT (MAIN/TOKIO/MOSKAU (Tsp/AFP/rtr).Große Erleichterung an den internationalen Aktienmärkten: Nach der teils dramatischen Talfahrt an den Vortagen haben sich die Börsen in New York, Europa und Asien am Mittwoch kräftig erholt.Der deutsche Markt entwickelte sich dabei wie schon am Dienstag im Schlepptau der Wall Street.Einen Tag nach dem zweitgrößten Punkteverlust seiner Geschichte hatte der New Yorker Dow-Jones-Index der 30 führenden Industriewerte am Dienstag mit einem klaren Plus von 3,82 Prozent geschlossen.Zum Handelsschluß lag das US-Börsenbarometer bei 7825,63 Punkten; der Zuwachs entsprach nach Punkten dem zweitgrößten Gewinn in der Geschichte des Index.Der Dax folgte am Mittwoch im Parketthandel mit einem Kurssprung von knapp vier Prozent auf einen Schlußstand von 4970,50 Zählern.Die Aktienindizes der Börsen in London und Paris verzeichneten bis zum Nachmittag Kursgewinne von rund 2,5 Prozent.In Tokio schloß der Nikkei-Index nahezu unverändert mit einem hauchdünnen Gewinn von 0,05 Prozent.Die Landeswährung Yen verlor gegenüber dem Dollar leicht.Die meisten anderen asiatischen und pazifischen Börsen legten dagegen teilweise deutlich zu; so gewannen der Aktienmarkt in Hong Kong 4,2 Prozent und die Börsen im australischen Sydney und im neusseländischen Auckland 2,3 und 2,4 Prozent.

Für neue Irritationen sorgte Chinas Staatschef Jiang Zemin, der eine Abwertung der Landeswährung Yuan im Zuge der Asienkrise nicht ausschließen will.Peking könne die Stabilität des Yuan "nicht zu hundert Prozent" garantieren, sagte Jiang einer japanischen Delegation um Ex-Premier Toshiki Kaifu, wie die japanische Tageszeitung "Tokio Shimbun" am Mittwoch berichtete.China habe sich entschieden, den Yuan stabil zu halten und daran bisher festgehalten; es sei jedoch "unwahrscheinlich, daß dies ewig weitergehen kann".Die Wirtschaftszeitung "Nihon Keizai Shimbun" ergänzte, der chinesische Präsident habe Japan in dem Gespräch aufgefordert, bei der Stabilisierung der asiatischen Finanzsysteme zu helfen.

Weiter unter Druck präsentierte sich am Mittwoch der russische Rubel.Nach einer kurzzeitigen Stabilisierung verlor die Währung erneut deutlich an Wert.Im Moskauer Computerhandel wurde der Dollar für bis zu 12,9 Rubel gehandelt.Am Vortag war im Computerhandel ein Mittelkurs von 11,21 Rubel je Dollar registriert worden.Am Donnerstag sollte der seit einer Woche ausgesetzte Parketthandel an der Moskauer Devisenbörse wiederaufgenommen werden.Das russische Parlament forderte Präsident Boris Jelzin auf, wegen des jüngsten Kursverlusts beim Rubel Zentralbankchef Sergej Dubinin zu entlassen.Unterdessen begann die russische Zentralbank mit der Neuordnung des angeschlagenen russische Bankensystems.Die Geschäftsbanken seien angewiesen worden, ihr Kapital um Verluste aus Wertpapier- und Devisengeschäften zu bereinigen, teilte die Notenbank am Mittwoch in Moskau mit.Zudem müßten sechs Banken die Einlagen ihrer Kunden an die staatliche Sberbank übertragen.Der Internationale Währungsfonds (IWF) drohte angesichts der unklaren Lage in Rußland, die für September geplante Auszahlung der nächsten Kreditrate von 4,3 Mrd.Dollar (7,55 Mrd.DM) zu verzögern.Rußland müsse vor der Auszahlung der nächsten Rate Fortschritte bei der Reform des Haushalts und des Bankensystems machen, sagte der stellvertretende IWF-Direktor Stanley Fischer dem US-Fernsehsender CNN.

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