Wirtschaft : Wall Street: Die schlechten Nachrichten ignoriert

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Die Investoren waren am Freitag guten Mutes. Trotz der schlechten Wirtschaftsnachrichten aus Washington legten die wichtigsten Indizes kräftig zu. Der Einbruch am Arbeitsmarkt im März wurde ignoriert. Die Bodenbildung sei abgeschlossen, war das allgemeine Urteil der Gurus. Die Abschwächung der Konjunktur in den ersten vier Monaten sei Schnee von gestern.

Nach Handelsbeginn hatten die stark gestiegenen Arbeitslosenzahlen zunächst steile Kursverluste ausgelöst. Noch am Vormittag kam es jedoch zu einer Trendumkehr und gegen Sitzungsschluss wurden die Gewinne weiter ausgebaut. Der 30 Standardwerte umfassende Dow-Jones-Index verbesserte sich um 1,5 Prozent auf 10 951,24 Punkte. In der Wochenbilanz ist der Dow damit um 1,3 Prozent gestiegen. Noch deutlicher schlug die gute Stimmung am Technologiemarkt durch: Der Nasdaq-Index kletterte auf 2191,68 Zähler. Das entspricht einem Zuwachs von 2,1 Prozent und 5,58 Prozent in den fünf vergangenen Sitzungen. Offensichtlich spekulierten die Anleger, dass die Notenbank die Zinsen weiter senken wird. "Der Konsens ist, dass wir die Jahrestiefs hinter uns haben", sagte Byron Wien, Anlagestratege für US-Aktien bei Morgan Stanley Dean Witter. Der als Baissier bekannte Fachmann setzte aber ein Fragezeichen über den Ausblick. Die Frage sei nun, ob der Markt jetzt nach oben gehe, oder nur auf der Stelle treten werde.

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