• Wall-Street-Händler verhaftet wegen Verdachts auf Betrug Kleinanleger sollen um Millionen geprellt worden sein

Wirtschaft : Wall-Street-Händler verhaftet wegen Verdachts auf Betrug Kleinanleger sollen um Millionen geprellt worden sein

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(pf). FBIBeamte haben in der Nacht zum Mittwoch mehrere Dutzend Wall-Street-Händler festgenommen, darunter einen Händler der Wertpapierbank UBS AG, die ihren Hauptsitz in Zürich hat. Die Beschuldigten sollen in den weitgehend unregulierten Finanzmärkten krumme Geschäfte abgewickelt und Kleinanleger betrogen haben. Wie US-Staatsanwalt James Comey auf einer Pressekonferenz sagte, hätten die Ermittlungen vor 18 Monaten begonnen. Insgesamt seien am Dienstag 47 Personen verschiedener Vergehen im Devisenhandel bezichtigt worden, 37 Personen befänden sich bereits in Haft. Die Beschuldigten hätten sowohl Kleinanleger wie Großbanken betrogen, sagte Comey weiter.

Drei Makler der Londoner Firma ICAP Plc, eine Tochter von Garban Intercapital, wurden nach Presseberichten in ihre Büros in Jersey City am Westufer des Hudson River verhaftet, ein anderer von der Firma Collins Stewart Tullett Plc in New York. Ein UBS-Mitarbeiter sei in seinem Büro in Stamford (Connecticut) in Handschellen abgeführt worden, berichtet die Zeitung „The Wall Street Journal“. Die Makler haben nach ICAPs Angaben am Schweizer-Franken-Desk bei ICAPs Harlow-Tochter gearbeitet. Mindestens zehn Personen wurden in einem Bürohaus im Finanzbezirk Manhattans verhaftet. Laut „Wall Street Journal“ haben FBI-Beamte sieben Mitarbeiter der Firma Madison Deane & Associates in Manhattan geschnappt. Es wird mit weiteren Festnahmen auch in anderen Städten entlang der Ostküste gerechnet. Neben der Staatsanwaltschaft haben sich auch die US-Börsen-und-Wertpapierbehörde SEC und die für die Überwachung des Warenterminhandels zuständige Commodity Futures Trading Commission an der Aktion beteiligt.

Nach Angaben der Wirtschaftsagentur Bloomberg sind mehr als ein Dutzend Firmen in diese Affaire verwickelt, darunter J.P. Morgan Chase Co. Die Vorwürfe lauten auf illegale Absprachen, Geldwäsche und Wertpapierbetrug. Die Mitarbeiter von UBS und J.P. Morgan hätten sogar ihre eigenen Firmen betrogen. UBS hat seit 2001 ihren Anteil am globalen Devisenhandel auf 11,5 Prozent verdreifacht J.P. Morgan ist mit 6,5 Prozent Anteil die zweitgrößte US-Bank. Bei den Transaktionen sollen Kleinanleger Millionensummen verloren haben.

Devisenmärkte haben keinen zentralen Handelsplatz. Sie bestehen aus einem globalen Händlernetz, das telefonisch und elektronisch verbunden ist und rund um die Uhr arbeitet. Die größten Devisenhandelszentren sind Großbritannien, USA und Japan. Dort wird nach Auskunft der US-Notenbank Federal Reserve etwa 60 Prozent des ganzen Handels abgewickelt. In 2001 belief sich das tägliche Volumen auf schätzungsweise 1,2 Billionen Dollar. Der Großteil der Transaktionen läuft über Banken. Anders als an den Aktien-und-Anleihemärkten wird der Devisenhandel von keiner Behörde überwacht.

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