Wirtschaft : Wall Street ringt um Rettung von Lehman Brothers

New York/Nizza - Die Lage der angeschlagenen US-Investmentbank Lehman Brothers spitzt sich zu. Bei einem Krisengipfel haben US-Finanzminister Henry Paulson und Spitzen-Banker der Wall Street am Freitagabend über einen Notverkauf des Finanzhauses beraten. Paulson schloss dabei laut Medienberichten Staatshilfen für die viertgrößte US-Investmentbank kategorisch aus. Die Banker, darunter die Chefs von Goldman Sachs, Morgan Stanley und Citigroup, fordern dagegen staatliche Garantien.

Der deutsche Finanzminister Peer Steinbrück (SPD) rechnet mit einer schnellen Entscheidung über die Zukunft von Lehman: „Wir erwarten eine Lösung vor Öffnung der asiatischen Märkte am Montag“, sagte er am Samstag in Nizza.

Ein Zusammenbruch der 158 Jahre alten Traditionsbank mit deutschen Wurzeln würde weltweite Schockwellen über die gesamte Branche senden. „Die Nachrichten aus den USA sind sehr schlecht“, warnte Steinbrück beim Treffen der EU-Finanzminister.

Nach einem Rekordverlust und dem drastischen Verfall des Aktienkurses sucht die Bank mit Hochdruck einen Käufer. Allein in der vergangenen Woche war der Kurs der Lehman-Aktie an der Börse um fast 80 Prozent abgestürzt. Ein weiterer Kurseinbruch könnte laut Experten das Aus für die Bank bedeuten.

Übers Wochenende wollten sich in den USA Top-Manager, Spitzenpolitiker und Notenbankvertreter dem „Wall Street Journal“ zufolge erneut treffen, um nach einer Lösung zu suchen. Als mögliche Käufer von Lehman Brothers wurden zuletzt die Bank of America mit dem Finanzinvestor JC Flowers und dem chinesischen Fonds CIC gehandelt, wie die „Financial Times“ berichtete. Als potenzielle Interessenten gelten auch die britischen Banken HSBC und Barclays. dpa

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