Wall-Street-Schwindel : Europäische Banken massiv von Milliarden-Betrug betroffen

Die Betrügereien des New Yorker Finanziers Bernard L. Madoff treffen die europäischen Banken härter als gedacht. Allein die spanische Bank Santander dürfte Verluste in Milliardenhöhe einfahren. Englische und französische Banken sind ebenfalls betroffen.

Paris/Madrid/LondonMehrere europäische Banken sind massiv von dem Milliarden-Betrug an der Wall Street betroffen. Am schwersten traf es die spanische Santander. Ihre Kunden könnten bis zu 2,33 Milliarden Euro bei dem New Yorker Finanzier Bernard L. Madoff verloren haben, der mutmaßlich ein gigantisches "Schneeball-System" im Volumen von 50 Milliarden Dollar betrieb. Der Fonds Optimal Strategic, der zur Santander-Gruppe gehört, habe das Vermögen bei Madoff angelegt, teilte die Bank in der Nacht zum Montag mit.

Auch die britischen Großbanken HSBC und Royal Bank of Scotland sind Opfer des Milliarden-Schwindels geworden. Das Engagement von HSBC bei Madoff könnte sich auf bis zu eine Milliarde US-Dollar belaufen, berichtete die "Financial Times". Damit gehöre HSBC zu den größten Opfern. Die Royal Bank of Scotland geht davon aus, dass sich der Schaden auf 400 Millionen Pfund (rund 446 Mio Euro) belaufen könne.

Ein typisches Schneeball-System

In Frankreich sind mindestens drei große Finanzinstitute betroffen. Die Investmentbank Natixis bezifferte den möglichen Schaden am Montag auf einen Höchstwert von rund 450 Millionen Euro. Das Institut gehört der Sparkassengruppe Caisse d'Epargne und der Banque Populaire. Kunden der französischen Großbank BNP Paribas verloren bis zu 350 Millionen Euro verloren. Die Société Générale bestätigte am Montag einen Verlust von weniger als zehn Millionen Euro.

Der 70-jährige Madoff betrieb laut Vorwürfen der Behörden ein typisches Schneeball-System: Versprochene hohe Zinsen wurden mit dem Geld neuer Kunden bezahlt, während es keine tatsächlichen Gewinne gab. Er selbst habe das Schadensvolumen auf 50 Milliarden Dollar beziffert. (ah/dpa)

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