Wirtschaft : Wall Street: Technologie-Börse Nasdaq auf Jahrestief

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Schlechte Nachrichten vom Computerhersteller Dell aus Austin, Texas, schickten vorige Woche den Technologiemarkt in die Krise. Der Nasdaq-Index fiel am Freitag im Vergleich zur Vorwoche um 12,24 Prozent auf 3028,99. Das ist ein Jahrestiefstand. Dell, Amerikas größter PC-Hersteller, sagte am Donnerstag nach Börsenschluss für das Geschäftsjahr 2001 einen geringeren Umsatzanstieg als für das laufende Jahr voraus. Dell-Aktien brachen daraufhin am Freitag um 19 Prozent auf 23 Dollar ein und zogen andere Technologiewerte mit nach unten, darunter Hewlett-Packard, IBM, Microsoft und Intel. Seit Anfang des Jahres hat der Nasdaq 25,6 Prozent verloren und steht 40 Prozent unter seinem im März erzielten Jahreshoch von 5048.

Besser schnitt der 30 Standardwerte umfassende Dow-Jones-Index ab: er verlor im Wochenverlauf 1,99 Prozent auf 10602,95 Zähler. Unterstützung kam von defensiven Werten wie Procter & Gamble, Coca-Cola, Merck und Philip Morris. Der Dow hat seit Anfang des Jahres 7,8 Prozent verloren. Auf den Märkten lasteteten außerdem Spekulationen, dass sich die Entscheidung bei der US-Wahl in die Länge ziehen könnte. Das Risiko liegt dabei laut Tom Gallagher, Analyst bei der ISI Group, darin, dass die USA im Ausland Vertrauen verliert. Das würde die amerikanischen Finanzmärkte und den Dollar belasten, der trotz des hohen Defizits in der Leistungsbilanz dank massiver Kapitalzuflüsse momentan stark sei.

Die wahre Sorge bleibt aber die Gewinnentwicklung bei den Unternehmen. Die von Dell veröffentlichten Zahlen bestätigten dies lediglich. Schon Ende Oktober hatte der Internet-Ausrüster Cisco Systems mit der Mitteilunng steigender Lagerbestände Unsicherheit gesät. Der Einzelhandelssektor wiederum litt unter den Erwartungen, dass eine weitere Abschwächung der Gesamtwirtschaft die Vebrauchernachfrage dämpfen werde. Die Aktien des Branchenführers Wal-Mart sackten am Freitag 3,44 Dollar auf 43,81 ab. Zu den einsamen Gewinnern der Woche gehörten Pharma-und Tabakwerte. Der Markt spekuliert, George W. Bush werde im Falle seines Wahlsieges, den Pillen- und Zigarettenherstellern etwas Ruhe vor den Gerichten verschaffen. Am US-Anleihenmarkt brachten zehnjährige Bonds eine Rendite von 5,80 Prozent nach 5,84 Prozent vor einer Woche. Der Euro verlor etwas und wurde zuletzt knapp unter der Marke von 0,86 US-Cents gehandelt.

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