Wirtschaft : Wall Street will für Euronext bieten

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New York - Der führende amerikanische Börsenbetreiber, die New York Stock Exchange (Nyse), hat nach Informationen des „Wall Street Journal“ konkrete Konditionen für einen Zusammenschluss mit der Vierländerbörse Euronext genannt. Ein entsprechendes Angebot stehe unmittelbar bevor, meldete das Blatt am Wochenende. Mit der Offerte wolle Nyse-Chef John Thain das am Freitag vorgelegte Konkurrenzangebot der Deutschen Börse übertrumpfen.

Der Aufsichtsrat des französisch dominierten europäischen Börsenkonzerns tritt an diesem Montag zusammen und will den Aktionären auf der Hauptversammlung am Dienstag Vorschläge unterbreiten. Euronext betreibt die Börsen in Paris, Amsterdam, Brüssel und Lissabon sowie den Londoner Derivate-Markt Liffe. Der Zusammenschluss der New York Stock Exchange mit Euronext würde den ersten transatlantischen Börsenbetreiber entstehen lassen. Unter Thains Führung verwandelte sich die Nyse im vergangenen Jahr in ein börsennotiertes Unternehmen. Das „Wall Street Journal“ beziffert den Börsenwert von Euronext auf 8,4 Milliarden Euro, den der Nyse auf 10,03 Milliarden Euro. Die Deutsche Börse ist laut „Wall Street Journal“ 11,29 Milliarden Euro wert.

Im Fusionspoker zwischen der Deutschen Börse und der von Paris dominierten Euronext schlägt sich EU-Binnenmarktkommissar Charlie McCreevy offenbar auf die französische Seite. In einer internen Studie, die dem Handelsblatt vorliegt, votiert McCreevys Behörde für eine EU-Rahmenrichtlinie zur Neugestaltung des nachbörslichen Abwicklungsgeschäftes (Clearing und Settlement). In der Analyse über die Auswirkungen regulatorischer Eingriffe in die Aktienmärkte heißt es, eine „Trennung der Aktivitäten“ bei Clearing und Settlement sei unabdingbar, um Preistransparenz und mehr Wettbewerb zu schaffen. pf/sce (HB)

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