Wirtschaft : Walter-Bau baut ab

MÜNCHEN (tmh).Die zur Baugruppe des Unternehmers Ignaz Walter zählende Walter Bau AG, Augsburg, baut im Inland weiter Personal ab.1998 werden vor allem auch in Ostdeutschland nochmals rund 450 Stellen gestrichen, nachdem im Vorjahr wegen der anhaltenden Branchenkrise bereits weit überplanmäßig 1300 Arbeitsplätze gestrichen worden waren, kündigte Vorstandschef Ralf Porzig zur Bilanzvorlage in München an.Seit 1992 hat der Konzern damit im Inland die Zahl der Beschäftigten von knapp 10 500 auf unter 6000 Mitarbeiter gedrückt.Branchenweit rechnet Porzig 1998/99 mit dem Verlust von 100 000 Arbeitsplätzen am Bau.

Im eigenen Konzern würden mittlerweile "weit über 50 Prozent" der Bauleistung von vorgeschalteten Subunternehmern erbracht."Weniger werden es nicht mehr", sagte Porzig zur Entwicklung dieser Quote.Die Einführung des Euro verschärfe den Wettbewerb unter den Arbeitskräften in Europa nochmals deutlich.Am Bau drohen heimische Arbeitsplätze zunehmend "durch preiswerte Muskelkraft und Gehirnschmalz aus anderen europäischen Staaten" ersetzt zu werden.Konzernweit beschäftigte Walter Bau zuletzt 11 579 Mitarbeiter.Ohne Subunternehmer könne in Deutschland schon lange nicht mehr profitabel gebaut werden, begründete Porzig den Kurs.

Um die außerordentlichen Aufwendungen für den anhaltenden Stellenabbau zu kompenisieren, verkauft Walter Bau seit Jahren Immobilien, zuletzt im Umfang von 25 Mill.DM.Unter dem Strich verbuchte der Konzern im Vorjahr einen auf 6 Mill.DM verdoppelten Jahresüberschuß.1998 soll das Ergebnis der gewöhnlicher Geschäftstätigkeit mindestens auf Höhe des Vorjahreswerts von 16 Mill.DM liegen.

Eine Ergebnisverbesserung erwartet Porzig ab 1999 von der Bildung der Walter Group International (WGI) GmbH, Salzburg, in der alle außereuropäischen Aktivitäten der vier Konzerne der Walter-Gruppe künftig vereint werden.Die WGI soll das Auslandsgeschäft forcieren und mit einer Bauleistung von 2 Mrd.DM starten.

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