Wirtschaft : Walter Bau droht Insolvenz

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München Nach der Insolvenz des Philipp-Holzmann-Konzerns droht der Zusammenbruch eines weiteren großen deutschen Bauunternehmens. Die Augsburger Walter-Bau-Gruppe ist offenbar tiefer in die finanzielle Krise geraten als bisher angenommen. „Die Lage ist sehr eng“, hieß es am Montag aus Bankkreisen.

Es gebe eine größere Anzahl von Gläubigerbanken, die von Walter Bau eine deutliche Nachbesserung des Sanierungskonzeptes fordern. „Derzeit sieht es so aus, als ob der Konzern mit dem jetzigen Konzept mittelfristig nicht weiter bestehen kann“, wird in Gläubigerbank-Kreisen kritisiert. Sollte der Konzern zudem nicht schnell frisches Geld erhalten, müsse man „in Richtung Insolvenz denken“, hieß es am Montag. Der Kurs der Aktie von Walter Bau brach um rund 30 Prozent auf 1,60 Euro ein.

Die Gläubigerbanken teilen sich dem Vernehmen nach in drei große Gruppen auf. Es gebe solche, die Walter Bau nach wie vor voll unterstützen. Dagegen stünden Institute, die nicht mehr wollten. Unter ihnen sollen sich die Bankgesellschaft Berlin, ABN Amro und die Landesbank Baden-Württemberg (LBBW) befinden. Der große Rest der Gläubiger würde für ein neues Konzept und frisches Geld unter Auflagen votieren.

Hohe Außenstände sollen bei Deutschlands drittgrößtem Baukonzern zu den Problemen geführt haben. Seit Monaten habe Walter Bau Außenstände von 450 Millionen Euro, sagte der Firmengründer und heutige Aufsichtsratsvorsitzende, Ignaz Walter, der „Süddeutschen Zeitung“. Die finanziellen Probleme des Konzerns sind nach Ansicht von Branchenkennern hausgemacht. agr/cbu/dri/mwb (HB)

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