Wirtschaft : Walter-Bau: Kommentar: (K) ein zweiter Fall Holzmann

Dieter Fockenbrock

Walter Bau als zweiter Fall Holzmann? Vorsicht! Bei allem Pessimismus für die Baubranche sollten nicht gleich die Pferde durchbrennen. Es geht um 14 000 Arbeitsplätze und ein Unternehmen kann schnell an den Rand des Ruins geredet werden.

Der Reihe nach: Über die wahre wirtschaftliche Lage des süddeutschen Baukonzerns unter der Generalleitung des amtierenden Bauverbandspräsidenten Ignatz Walter wird schon länger spekuliert. Als Ignatz Walter auch noch zwei Firmen seines Imperiums, die Walter Bau AG und die Dywidag, gegen den Willen von Minderheitsaktionären zu einem Unternehmen verschmolz, bekamen die Gerüchte neue Nahrung. Das alles sei nur ein Ablenkungsmanöver, um die desolate Lage des Gesamtkonzerns zu verschleiern. Bewiesen ist nichts.

Jetzt, wo durch die Pleite des Konkurrenten Holzmann alle sensibilisiert sind für den kritischen Zustand der Baubranche, wird jedoch genauer hingesehen.

Klar ist bislang nur: Das Geld ist knapp im Hause Walter. Vor allem ist es wegen der miserablen Auftragslage so knapp geworden, dass jetzt die Banken für zusätzliche Liquidität sorgen müssen. Da gehen natürlich alle Warnlampen an. Zumal die Eigenkapitaldecke des Baukonzerns und damit seine Widerstandsfähigkeit schwer gelitten hat. Und wie es aussieht, wird die Baukonjunktur in Deutschland vorerst nicht anziehen. Selbst wenn Walter Bau alle Baustellen, auf denen mehr Verlust produziert als Beton verarbeitet wird, dicht gemacht hat, bleibt die Lage spannend. Abgerechnet wird aber erst am Jahresende.

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